Es wäre kein guter Zeitpunkt, meinte die Freundin. Das Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 sollte erst eingeführt werden, nachdem sich die weltpolitische Lage wieder beruhigt hat. Ich befand mich also mitten in einer „Kopftuchdebatte“. Eigentlich ist die Freundin wie ich eine Befürworterin des Gesetzes. Sie führte aber die ziemlich aufgeheizte Stimmung unter Muslimen ins Treffen, seit „der Westen“ Krieg mit dem Iran führe. „Ist das nicht gefährlich für euch Lehrer? Ich meine, wenn so ein Mullah-Fan jetzt durchdreht. Also ich würde mich unwohl fühlen.“
Dieses Risiko besteht. Doch Schüler – nicht nur Muslime – können aus unterschiedlichen Gründen Gewalt ausüben. Manche, weil sie ihre Kappe abnehmen und die Füße vom Tisch geben müssen. Andere, weil sie sich ungerecht benotet fühlen. Wieder andere sind einfach nur schlecht drauf und werden deshalb aggressiv.
Wenn der österreichische Staat ein Gesetz beschließt und einführt, kann man dagegen klagen. Das passiert beim Kopftuchverbot auch. Ab nächstem Schuljahr wird es jedoch erstmal eingeführt.
Von Seiten der Schulen wird dies jedenfalls unaufgeregt ablaufen. Keiner Schülerin wird der Hijab abgenommen. Bei Verweigerung folgt eine Geldstrafe, die von den Eltern bezahlt werden muss.
„Aber muss es wirklich jetzt sein?“ Meine Freundin ließ nicht locker. Nun, wann wäre denn ein günstigerer Zeitpunkt? Ich befürchte, er wird so bald nicht kommen.
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