Fast genau ein Jahr nach der Angelobung der Bundesregierung steht Österreichs erste Dreier-Koalition ohne Mehrheit da. SPÖ-Chef Andreas Babler hat rund eine Woche vor seinem Parteitag die schlechtesten Relevanz-Daten aller Parlamentsparteichefs.
Als „Trauertag“ bezeichnete FPÖ-Chef Herbert Kickl im Interview mit der „Krone“ das bekanntlich ja nahende erste Jubiläum der Bundesregierung. Am Dienstag ist die Dreier-Koalition ein Jahr angelobt im Amt. Während sich die Regierung selbst ja ein gutes Zeugnis für die Arbeit im ersten Jahr ausstellte, zeichnen nicht nur die Aussagen Kickls, sondern auch die Umfragen ein anderes Bild. Auch in einer von der „Krone“ in Auftrag gegebenen und vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) durchgeführten Erhebung kommen die drei Koalitionsparteien zusammen nicht einmal mehr auf 50 Prozent.
Kanzler bei Relevanz nah an Herbert Kickl dran
Etwas besser schaut es zumindest für zwei der drei Regierungsparteichefs beim Polit-Relevanz-Index aus. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker eine wichtige Rolle in Österreich spielen soll. Damit ist Stocker, anders als bei der Sonntagsfrage, auf Tuchfühlung zu FPÖ-Chef Herbert Kickl, der die Erhebung mit 39 Prozent anführt.
„Stocker kann den Kanzlerbonus verbuchen. Dieser zahlt aber aktuell nicht direkt auf das Konto der ÖVP ein“, analysiert Meinungsforscher und IFDD-Chef Christoph Haselmayer.
Jubeln darf zum Jubiläum NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Ein Viertel der Befragten gab an, dass sie weiter eine wichtige Rolle spielen solle. Noch besser sind die Werte der Grünen-Chefin Leonore Gewessler, die bei 29 Prozent liegt.
Einmal mehr niederschmetternd ist das Ergebnis des SPÖ-Chefs und Vizekanzlers Andreas Babler, der mit riesigem Abstand zu den Groß- und sogar mit großem Abstand hinter den eigentlichen Kleinparteien liegt. Ein Ergebnis, das für Babler kurz vor dem Parteitag nächsten Samstag zur absoluten Unzeit kommt.
Ein überwiegender Großteil der Wähler, das zeigen alle Erhebungen seit langer Zeit, lehnt den links-linken Babler-Kurs in der SPÖ klar ab.

Christoph Haselmayer, IFDD-Chef
Bild: Christian Jauschowetz
„Stärkung Bablers schwächt die SPÖ“
„Nach den SPÖ-Chaoswochen ist vor dem Parteitag etwas Ruhe eingekehrt. Viele rechnen mit einem akzeptablen Ergebnis für Babler. Aber genau das ist ein sehr zweischneidiges Schwert für die Roten. Denn wenn Babler gestärkt wird, wird die Partei mit Blick auf die Wahlen geschwächt“, meint IFDD-Chef Haselmayer. N. Frings
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