Die US-Industrie verzeichnete im Dezember sinkende Aufträge, vor allem bei langlebigen Gütern. Dies war aber von Analysten erwartet worden. Trumps neue Zölle auf 10 Prozent bringen zusätzliche Unsicherheit: Die Firmen könnten möglicherweise langfristige Großaufträge verschieben.
Die Aufträge bei der US-amerikanischen Industrie sind im Dezember gesunken – das kam nicht unerwartet, Analysten hatten damit großteils bereits gerechnet. Das Handelsministerium teilte mit, dass die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent gefallen waren.
Aufträge legten im November noch zu
Im November waren die Aufträge noch um 2,7 Prozent gestiegen. Die Auftragseingänge nach Herausrechnung von Transportgütern stiegen im Dezember um 0,4 Prozent. Die Aufträge für langlebige Güter (wie Fahrzeuge und Maschinen) sanken laut einer zweiten Schätzung um 1,4 Prozent. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Ohne Transportgüter legten die Aufträge um 1,0 Prozent zu.
Trumps Zollchaos
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das am Freitag Präsident Trumps Zölle für illegal erklärte, hat dazu geführt, dass dieser am selben Tag auf Basis eines anderen Gesetzes globale Zölle von zehn Prozent verhängt hat. Dafür nutzt er nun ein anderes Gesetz, den Trade Act von 1974. Die neuen Einfuhrabgaben gelten von Dienstag an, allerdings nur für 150 Tage. Tags darauf, am Samstag, drohte er weiter, die Zölle auf 15 Prozent zu erhöhen.
Unsicherheit in US-Fabriken
Die neuen Zölle wirken sich mitunter direkt auf die Aufträge der US‑Industrie aus. Die neuen Zölle verteuern importierte Waren, Rohstoffe und Vorprodukte, die viele Hersteller brauchen. Dadurch könnten Firmen erst einmal Aufträge zurückhalten oder verschieben, weil die Produktionskosten steigen. Die Drohung, die Zölle weiter auf 15 Prozent zu erhöhen, sorgt zusätzlich für Unsicherheit, was Investitionen und langfristige Großaufträge bremsen könnte.
Das US-Finanzministerium hat bislang 130 Milliarden Dollar mit den Gegenzöllen eingenommen. Nun steht der US-Regierung möglicherweise ein riesiger bürokratischer Aufwand bevor, wenn sie die Zölle tatsächlich zurückzahlen muss. Die Konzerne würden das Geld in diesem Fall auch nicht an die Verbraucher weitergeben, sagte der US-amerikanische Finanzminister Scott Bessent. Es sei also ein „ultimatives Wohlfahrtsprogramm für Unternehmen“.
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