Auch in Schleedorf regnet es kein Geld – weshalb ein neuer Kindergartenzubau nicht mehr als 10.000 Euro kosten darf. Zudem macht eine Unternehmenspleite dem Ort zu schaffen. Trotz finanzieller Engpässe bleibt Salzburgs jüngste Bürgermeisterin, Martina Berger, optimistisch.
Für Salzburgs jüngste Ortschefin ist es ein durchwachsener Start in ihre Zeit als Bürgermeisterin. Martina Berger (ÖVP) feiert heuer ihren 30. Geburtstag und ist seit 2024 an der Spitze der Flachgauer 1100-Seelen-Gemeinde. Und sie musste einsehen, dass Tatendrang zum Gestalten oft an der Realität scheitert. „Manchmal ist es schon zermürbend, wenn man so viel für die Gemeinde machen will, aber dann sieht man im Budget, dass sich das nicht ausgeht.“
Wir haben von einer neuen Volksschule geträumt, aber recht schnell erkannt, dass dieser Traum platzt
Martina Berger, ÖVP-Ortschefin
Die Krabbelgruppe darf keine 10.000 Euro kosten
Die Rede ist etwa von einem Neubau der Volksschule. Vielleicht sogar mit Büros für das Gemeindeamt, einer Bücherei, einem Eltern-Kind-Zentrum. „Wir haben davon geträumt, aber recht schnell erkannt, dass dieser Traum platzt“, sagt die Ortschefin nüchtern und ergänzt: „Es bringt aber auch nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.“
Darum bäckt die Gemeinde kleinere Brötchen. Eine Krabbelgruppe soll heuer noch entstehen. 250.000 Euro kostet der Zubau zum Kindergarten für acht Kinder. 125.000 werden dafür vom Bund gefördert. Dann kommen 27.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Bundes. Mit Mitteln aus dem Gemeindeausgleichsfonds sollte die Gemeinde bei 10.000 Euro landen.
„Mehr können wir uns ehrlich gesagt nicht leisten“, so Berger. Und man schaue, dass möglichst viele Arbeiten intern erledigt werden. „Wir versuchen, viel mit eigenen Ressourcen zu stemmen und Leute im Ort zu gewinnen, die uns mit bei der Planung zur Seite stehen, damit wir nicht alles sofort an teure Planungsfirmen geben müssen.“
Schleedorf verlor Hälfte der Kommunalsteuer
Aber sie ist trotzdem guter Dinge: „Bei uns im Ort sind es oft die kleinen Dinge, die etwas ausmachen. Eine neue Beschilderung, ein neuer Zebrastreifen – und ich sage den Leuten auch offen und ehrlich, wie es finanziell ausschaut. Die meisten verstehen das. Es hilft ja nicht, drumherumzureden.“
Erschwerend für Schleedorf kommt übrigens eine Firmenpleite hinzu. Die Insolvenz von Gieshammer bescherte der Gemeinde den Ausfall von 60.000 Euro an Kommunalsteuer. Damit sanken die Einnahmen von insgesamt 120.000 Euro um die Hälfte.
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