Die Johanniter stocken ihre Fahrzeugflotte für Patientenfahrten von Spital zu Spital auf. Aktuelle Wartezeiten sollen künftig öffentlich abrufbar sein. Auch die Einsatz-Disposition wird verbessert. Und doch blieb Wichtiges noch ungeklärt. Auch dadurch, weil wesentliche Vertreter des Rettungswesens beim Krisengipfel fehlten.
Dass eine Patientin (93) in einem Waldviertler Spital sieben Stunden ausharren musste, bis ein Wagen der Johanniter eintraf, um sie in ein anderes Krankenhaus zu überstellen, hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Nach dem „Krone“-Bericht über diesen Vorfall hatte Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) einen Krisengipfel zu den Krankentransporten einberufen. Das Treffen fand gestern in St. Pölten statt.
Rute „in Transportwagen“ gestellt
Kasser hat den Johannitern, die ja die Krankentransporte nahezu landesweit durchführen, ein klares Ziel vorgegeben: „Künftig darf die Wartezeit für Patienten in der Regel zwei Stunden nicht überschreiten!“ Erste Maßnahmen – etwa eine Aufstockung der Fahrzeugflotte – zeigen laut Kasser bereits Wirkung.
So würden mittlerweile 92 Prozent der Patiententransfers innerhalb des geforderten Zeitlimits abgewickelt. Auch einen eigenen Stützpunkt im Waldviertel haben die Johanniter, die bisher ihre Einsätze vom südlichen Weinviertel aus fahren, im Bezirk Zwettl geplant. „Aktuelle Wartezeiten können künftig im Internet abgerufen werden“, erklärt Landesrat Martin Antauer (FPÖ).
Alle Rettungsdienste sollen künftig stets aktuell über Versorgungsmöglichkeiten und Kapazitäten in allen Kliniken informiert werden. „Das stellt sicher, dass Patienten gleich ins richtige Spital eingeliefert werden und spätere Transfers nicht notwendig sind“, heißt es. Zuständig dafür sind Notruf NÖ und die Landesgesundheitsagentur (LGA).
Wesentliche Punkte ungeklärt
Ungeklärt bleibt, ob und wann auch Rotes Kreuz und Samariterbund bei Patiententransfers für die Johanniter einspringen, um längere Wartezeiten zu verhindern. Denn entgegen ursprünglichen Ankündigungen fehlten die beiden Rettungsorganisationen beim Krisengipfel. Ebenso die dafür zuständige Landesrätin Eva Prischl (SPÖ). Aus deren Büro heißt es, Rotes Kreuz und Samariterbund stünden bereit, in Fällen „von akuter Lebensgefahr oder drohender schwerer gesundheitlicher Schäden“ auch Krankentransporte von Spital zu Spital zu übernehmen. Allerdings seien noch klare Definitionen solcher Notfälle festzulegen. Die nächste Gesprächsrunde ist für kommende Woche geplant.
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