Der Winter verabschiedet sich mit einem letzten Kälteeinbruch – nach Monaten mit wenig Sonne. Viele fragen sich jetzt: Sind die Vitamin-D-Speicher leer? Tatsächlich zeigen Studien, dass ein Mangel in Österreich keine Seltenheit ist. Doch heißt das automatisch, dass alle zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen sollten?
Vitamin D wird vor allem durch Sonnenlicht in der Haut gebildet. In Österreich ist die Sonneneinstrahlung im Winter begrenzt, gleichzeitig liegt die Aufnahme über die Ernährung meist nur bei 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag.
Mangel ist weit verbreitet
Europaweit haben rund 40 Prozent Werte unter 50 nmol/L – das gilt als Unterversorgung -, etwa 13 Prozent sogar einen schweren Mangel. Für Mitteleuropa werden ähnliche oder höhere Raten angegeben. Auch heimische Daten, etwa aus der AUSTRO-PROFIT-Analyse 2025, zeigen: Über 20 Prozent der Untersuchten wiesen einen Mangel auf. Besonders betroffen sind Ältere, Menschen mit wenig Aufenthalt im Freien und Personen mit chronischen Erkrankungen.
Was bringt eine Supplementierung?
Beobachtungsstudien zeigen Zusammenhänge zwischen niedrigen Vitamin-D-Werten und Knochenproblemen wie Osteoporose oder Rachitis. Auch Verbindungen zu Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes werden beschrieben. Ein Zusammenhang bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Vitamin D diese Krankheiten verhindert.
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 sieht mögliche Vorteile bei Kindern, Menschen über 75, Schwangeren und Personen mit erhöhtem Diabetes-Risiko. Eine Evidenzsynthese der österreichischen AGES aus dem Vorjahr kommt dagegen zum Schluss, dass für gesunde Erwachsene ohne Mangel kein klarer präventiver Nutzen belegt ist – etwa bei Infektionen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Sterblichkeit.
Wer sollte besonders aufpassen?
Sinnvoll ist eine Einnahme vor allem bei nachgewiesenem Mangel (unter 50 nmol/L) sowie für Risikogruppen: Säuglinge (zur Rachitis-Vorbeugung), Kleinkinder, ältere oder hausgebundene Personen, Menschen mit dunkler Hautpigmentierung oder chronischen Erkrankungen.
Studien zeigen, dass tägliche Dosierungen im Bereich von 800 bis 2000 Internationale Einheiten (IE; 20-50 µg) in der Regel sicher sind. Für ältere Menschen mit Osteoporose-Risiko werden 800 IE empfohlen, für Schwangere teils höhere Mengen. Vor einer Einnahme sollte der Status ärztlich bestimmt werden.
Vorsicht vor zu viel
Überdosierungen sind selten, aber möglich. Sehr hohe Mengen können zu einem erhöhten Kalziumspiegel führen – mit Beschwerden wie Übelkeit, Nierensteinen oder im Extremfall Nierenversagen. Hohe Einzelgaben gelten als riskanter als moderate Tagesdosen.
In Österreich gelten die D-A-CH-Referenzwerte: 800 IE täglich für Erwachsene bei fehlender Sonnenbildung, 400 IE für Säuglinge. Die europäische Obergrenze liegt bei 4000 IE pro Tag.
Nicht jeder braucht Tabletten
Vitamin-D-Mangel ist in Österreich verbreitet – besonders im Winter. Eine pauschale Supplementierung für alle gesunden Erwachsenen wird jedoch nicht empfohlen. Entscheidend ist der individuelle Blutwert. Wer unsicher ist, sollte diesen bestimmen lassen und die Einnahme mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
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