EZB dementiert:

Lagarde „sitzt nicht auf gepackten Koffern“

Außenpolitik
19.02.2026 22:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Wirbel über angebliche Rückzugspläne von EZB-Chefin Christine Lagarde versuchen die Notenbanker, die wilden Spekulationen zu entkräften. Die 70-jährige Französin sitze „nicht auf gepackten Koffern“, heißt es.

Dies erklärte EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone bei einer Anhörung im Parlament. Er hob ihre Arbeit an längerfristigen Projekten wie der Spar- und Investitionsunion der Europäischen Union und neuen Liquiditätslinien hervor. EZB-Vizechef Luis de Guindos hat nach eigenem Bekunden keine Hinweise auf einen vorzeitigen Abtritt der Präsidentin. „Ich kann Ihnen nur sagen, dass sie sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentriert und dass sie, solange sie hier ist, eine großartige Präsidentin sein wird“, sagte er am Donnerstag in Valencia. 

Die französische Präsidentschaftswahl findet zwar erst im April 2027, der Urnengang wirft aber ...
Die französische Präsidentschaftswahl findet zwar erst im April 2027, der Urnengang wirft aber offenbar bereits seine Schatten voraus.(Bild: AFP/ALAIN JOCARD)

EZB-Chefin Lagarde hatte laut Insidern in einer Botschaft an ihre Kollegen erklärt, dass diese als erste von ihr über etwaige Rückzugspläne erfahren würden und nicht über die Medien. Sie konzentriere sich weiter auf ihr Amt. Empfänger der internen Nachricht interpretierten die Botschaft so, dass dies wahrscheinlich bedeute, dass sie die EZB nicht bald verlassen wolle, auch wenn ein vorzeitiger Rückzug durchaus möglich sei.

Frankreichs Notenbankchef: „Gerücht, keine Information“
Laut der „Financial Times“ wird damit gerechnet, dass Lagarde ihre regulär bis Ende Oktober 2027 laufende achtjährige Amtszeit nicht vollständig absolvieren wird. Sie habe vor, ihren Posten noch vor der im April 2027 anstehenden französischen Präsidentschaftswahl zu räumen. Der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau, der seinerseits seinen Posten im Juni räumen wird, sprach mit Blick auf den Bericht der „FT“ am Mittwoch von einem „Gerücht und keiner Information“. Laut dem Zeitungsbericht will Lagarde Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz die Gelegenheit geben, eine neue Spitze für die Europäische Zentralbank zu finden.

Macron darf 2027 nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht erneut antreten. Er könnte aber bei dem von der „FT“ beschriebenen Szenario noch bei den politischen Absprachen in Europa über die Nachfolge Lagardes mitmischen.

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