Der Aschermittwoch leitet nun offiziell die Fastenzeit ein. Bewusst zu hungern hat bei den meisten Menschen gesundheitliche oder religiöse Hintergründe. Auch immer mehr Diabetiker wollen fasten. Doch drohen ihnen Gefahren? Darauf müssen Sie achten, damit Sie als Diabetiker sicher verzichten können.
Für immer mehr Menschen wird Fasten zum festen Bestandteil ihres Lebensstils. Etliche Diabetiker erhoffen sich dadurch eine Verbesserung ihrer Blutzuckerwerte. Ob Fasten bei Diabetes sinnvoll ist, kommt auf die Diabetesform an, wie der Verband der Diabetes- Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) bekannt gibt. Sicher ist jedoch: Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigen sich dabei positive Veränderungen.
Grundsätzlich gilt: Wer auf Nahrung verzichten will, sollte das mit seinen betreuenden Diabetesberatern und -ärzten absprechen, um schwere Unterzuckerungen zu vermeiden. Denn Fasten beeinflusst Blutzucker, Insulinwirkung und Flüssigkeitshaushalt zugleich.
Was verspricht Fasten bei Diabetes Typ 2?
Jeder legt in der Fastenzeit seine „verbotenen“ Lebensmittel, wie Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol, selbst fest. Studien zeigen, dass sogenanntes intermittierendes Fasten den Langzeitblutzuckerwert um 0,5 bis 1 Prozentpunkte reduzieren kann. Auch die Kilos purzelten, durchschnittlich wurden 4 bis 5 Kilogramm innerhalb zwölf Wochen abgenommen.
Geeignet sind vor allem strukturierte Formen wie das 16:8-Modell oder das 5:2-Fasten. Gegessen wird hier nur in bestimmten Zeitfenstern. Im Fastenfenster sind nur kalorienfreie Flüssigkeiten, wie Wasser, Kaffee und ungesüßte Tees, erlaubt.
Wichtig ist ein vorsichtiger Einstieg: Zu Beginn sollten Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente häufig um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung (eiweiß- und ballaststoffreich) ist auch die Selbstkontrolle relevant. Der Blutzucker sollte mindestens viermal oder mit kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) gemessen werden. Starke Schwankungen des Blutzuckers muss man vermeiden.
Fasten mit Diabetes Typ 1 nicht empfohlen
Bei insulinpflichtigen Diabetikern heißt es: Aufpassen! Denn bei ihnen ist die Gefahr einer Stoffwechselentgleisung drastisch erhöht. Bereits kurzes Fasten kann eine Unterzuckerung oder eine sogenannte diabetische Ketoazidose (Stoffwechselübersäuerung, Azidose) verursachen. Bei Menschen mit Diabetes Typ 1 und instabilen Werten, Hypo-Neigung oder Diabetes-Komplikationen wie Nierenschäden rät der VDBD daher klar davon ab, zu fasten.
Zuckerkranke Fastenwillige sollten überdies besonders auf ihr Wohlbefinden und Beschwerden wie Übelkeit, Benommenheit oder Müdigkeit achten. Neben Messungen des Blutzuckers mit CGM sind Keton-Messungen hilfreich. In jedem Fall gilt: Bei Blutzuckerwerten unter 70 mg/dl oder über 250 mg/dl und nachgewiesenen Ketonen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen! Das Fasten muss beendet werden, wenn neben Symptome wie Zittern, Übelkeit, Schwindel und Unwohlsein, eine Unterzuckerung oder Überzuckerung vorliegt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.