Die Komplizin des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, hat sich am Montag geweigert, vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses auszusagen. Sie sei nur dann bereit, zu sprechen, wenn US-Präsident Donald Trump sie begnadige.
Die Veröffentlichung der Epstein-Akten brachte weitere Bekannte des Multimillionärs in Bedrängnis. Maxwell sollte bei der Anhörung aus dem Gefängnis zugeschaltet werden und Fragen beantworten. Dabei sei es um die von ihr und Epstein begangenen Verbrechen sowie „mögliche Mitverschwörer“ gegangen, sagte der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer. Maxwell habe keine einzige Frage beantwortet und sich auf den US-Verfassungszusatz bezogen, der es Menschen in einem Verfahren ermöglicht, sich nicht selbst zu belasten.
Die Komplizin Epsteins hatte zu Beginn der Anhörung noch eine vorbereitete Erklärung verlesen wollen. Ihre Anwälte forderten den Kongress auf, ihr rechtliche Immunität für ihre Aussage zu gewähren. Das wurde jedoch abgewiesen. „Unter diesen Umständen würde das Verfahren keinen anderen Zweck erfüllen als reines politisches Theater“, schrieben die Anwälte.
Maxwell wurde 2021 wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch an minderjährigen Mädchen durch den verstorbenen US-Finanzier Epstein verurteilt und verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe. Beachtenswert dabei ist, dass bislang kein Mann aus dem engeren Umfeld des Sexualstraftäters rechtliche Konsequenzen erleiden musste. Epstein selbst hatte in seiner Gefängniszelle Suizid begangen, bevor er deswegen belangt werden konnte.
Rücktritt von US-Handelsminister gefordert
Nach der Publikation der Epstein-Akten ist unter anderem US-Handelsminister Howard Lutnick unter Druck geraten: Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie forderte seinen Rücktritt, weil er auch Jahre nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 zu Gast auf dessen Privatinsel Little St. James gewesen sei und auch geschäftliche Beziehungen zu ihm gehabt haben soll. Das legen die nun veröffentlichten Informationen aus den Akten nahe.
Lutnick will Kontakt mit „widerlichem“ Epstein abgebrochen haben
Die Insel soll für den Missbrauchsring von großer Bedeutung gewesen sein. „Offen gesagt sollte er dem Präsidenten (Donald Trump) das Leben leichter machen und einfach zurücktreten“, schlug Massie vor. Lutnick hatte letztes Jahr in einem Podcast behauptet, dass er bereits 2005 entschieden habe, mit dieser „widerlichen Person“ nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Er habe daher keine Zeit mehr mit Epstein gehabt, wie er der „New York Times“ erklärte. Ein Vertreter seines Ministeriums sagte dagengen, dass Lutnick nach 2005 „nur sehr begrenzten“ Kontakt zu Epstein gehabt habe.
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