Zuerst haben sie sich lediglich schriftlich zu möglichen Vorwürfen geäußert, danach eingewilligt, vor dem US-Kongress auszusagen. Nun wollen Bill und Hillary Clinton die ganz große Öffentlichkeit und verlangen, ihre Aussagen in der Causa Jeffrey Epstein live im Fernsehen auszustrahlen. „Lasst uns die Spielchen beenden und das richtig machen“, erklärte Clinton am Freitag.
So könnte jeder US-Amerikaner „selbst sehen, worum es bei den Ermittlungen geht“, schrieb der ehemalige US-Staatschef auf der Kurznachrichtenplattform X. „Ich habe eine eidesstattliche Erklärung zu meinem Wissen abgegeben. Und erst diese Woche habe ich zugesagt, persönlich vor dem Ausschuss zu erscheinen. Doch das reicht den Republikanern im Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses immer noch nicht“, beklagte der 79-Jährige. Ob der Ausschussvorsitzende einer Liveübertragung zustimmt, ist noch unklar.
Traten Clintons wegen drohendem Verfahren Offensive an?
Sollte sich das ehemalige First Couple aber durchsetzen, steht ein großes TV-Ereignis bevor. Dem Vernehmen nach sollen Hillary Clinton am 26. Februar und ihr Ehemann Bill am 27. Februar im Untersuchungsausschuss des Kongresses auftreten. Dieser wird vom republikanischen Abgeordneten James Comer geleitet.
Dieser drohte den Clintons sogar mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses. Dies könnte bewirkt haben, dass das Ehepaar nun die Offensive nach vorne antritt.
Der New Yorker Finanzberater und verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben. Er selbst missbrauchte zahlreiche minderjährige Mädchen und bot diese auch in seinem Freundeskreis an. 2019 kam er in einer Gefängniszelle zu Tode, nach Behördenangaben durch Suizid. Vor einer Woche veröffentlichte das US-Justizministerium weitere Ermittlungsakten zum Fall Epstein.
Epstein wollte die Reichen, Berühmten und Mächtigen
Einzigartig wird der Fall dadurch, dass Epstein mit zahllosen Vertretern der High Society befreundet war, von Ex-US-Präsident Clinton und dem derzeitigen Amtsinhaber Donald Trump über Regisseur Woody Allen und einige der reichsten Menschen der Welt wie Elon Musk und Bill Gates bis hin zu europäischen Royals wie dem britischen Ex-Prinzen Andrew und der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Die Reichen und die Schönen, die Mächtigen und die Berühmten – alles, was mit Glanz und Glamour zu tun hatte, war für Epstein offenbar unwiderstehlich.

Das bedeutet nicht, dass all diese Personen auch des Missbrauchs verdächtigt werden. Viele müssen sich aber zumindest mangelnde Distanz zu Epstein vorwerfen lassen. Auch als längst Vorwürfe gegen ihn kursierten und er 2008 verurteilt worden war, gingen sie weiter bei ihm ein und aus. So ergibt sich aus der Zusammenschau der Akten das Bild einer Elite, die meint, sich alles erlauben zu können.
Sammelte Epstein kompromittierendes Material für Russen?
Eine weitere Dimension erhält der Epstein-Komplex durch mögliche Verbindungen zum Kreml. Der polnische Regierungschef Donald Tusk sprach von einer möglichen „Honey Trap“, einer süßen Falle für die Eliten der westlichen Welt, vor allem der USA, um in den Besitz von kompromittierendem Material zu gelangen. Der Kreml weist eine solche Verbindung zurück.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.