Schneiders Brille

Keiner will mehr in Vorarlberg leben

Vorarlberg
30.05.2026 16:15

Das Bevölkerungswachstum in Vorarlberg ist eingeschlafen, zudem tun sich die Unternehmen immer schwerer, Fachkräfte anzulocken – und diese dann auch im Land zu halten. „Krone“-Kolumnist Robert Schneider hat sich dem Thema auf satirische Weise angenommen.  

Paukenschlag! Um mit einem hierzulande beliebten Schreiberlingwort zu beginnen. Vorarlberg ist nicht mehr attraktiv. Keiner will mehr hier leben. Und auf die Welt kommen schon gar nicht. Johannes Huber von den „VN“ ist der Sache nachgegangen: „Grund eins: Es gibt nur noch geringfügig mehr Geburten als Sterbefälle. Grund zwei: Auch die Wanderungsbilanz ist eingebrochen.“

Was ist geschehen? Die Köpfe der Expertinnen und Experten rauchen. Eines haben sie jedenfalls direkt festgestellt. Es gibt kaum noch Asylanträge. Logisch, weil Österreich den Familiennachzug für Asylberechtigte ausgesetzt hat. Viel größere Sorge bereitet jedoch die Tatsache, dass auch Menschen aus EU- oder EFTA-Staaten dem Ländle den Rücken kehren. Einfach zu teuer, wenn eine Leberkässemmel bald schon sechs Euro kostet. Das tut auch einem Eidgenossen weh.

Bald sind wir wieder ganz unter uns. Warten Sie noch zwanzig Jahre, und Sie werden ein Ländle vorfinden, wie es sich der waschechte Vorarlberger erträumt. Subr. Koa frömde Lüt odr gschpässige Modana. Oafach köhrig.

Auf den kaum noch befahrenen Landesstraßen sieht man die wenigen Kinder, die es dann geben wird, gigampfen und gummitwisten. Man muss an der Fleischtheke nicht mehr radebrechend Hochdeutsch reden und sich still über ein Kopftuch ärgern. Auf dem Kunstschnee am Arlberg und im Montafon ist man ganz unter sich, und im Ochsen wird man von der Bedienung nicht mehr bundesdeutsch angequatscht.

Wie schön wird es im Ländle wieder sein, wenn der ganze Spuk mit den Fremden endlich vorüber ist! Sie brauchen nur ein wenig Geduld. Das Paradies kommt. Paukenschlag!

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