Chaos in Ukraine
Erneut Gewalt in Odessa: Polizeizentrale gestürmt
Die mit Knüppeln bewaffneten Angreifer durchbrachen am Sonntag mit zwei Lastwagen ein Tor der Polizei-und Geheimdienstzentrale. Danach brachen sie Türen auf und warfen Fensterscheiben ein. Zugleich forderten sie die Freilassung einiger Gesinnungsgenossen, die nach den Zusammenstößen am Freitag festgenommen worden waren.
Jazenjuk ortet "organisierten Angriff auf das Volk"
Premier Jazenjuk sagte am Sonntag bei einer Pressekonferenz in der südukrainischen Stadt, bei den Ausschreitungen am Freitagabend sei es Russlands Ziel gewesen, "in Odessa zu wiederholen, was sich im Osten des Landes ereignet". Es habe sich um einen "organisierten Angriff auf das Volk" gehandelt. "Russland hat Leute hierher geschickt, um für Chaos zu sorgen." Der Premier rief seine Landsleute dazu auf, sich zu vereinen und zu versöhnen, um "die von Moskau unterstützten Terroristen" an der Spaltung der Ukraine zu hindern.
Premier verspricht "unabhängige Untersuchung"
Zuvor hatte Jazenjuk eine "umfassende und unabhängige Untersuchung" der Straßenschlachten und des anschließenden Brandes in dem Gewerkschaftshaus versprochen. Im Gespräch mit dem britischen Sender BBC machte er die Sicherheitskräfte für die tödliche Gewalt verantwortlich. "Diese Sicherheitskräfte sind ineffizient und haben das Recht verletzt", sagte der Ministerpräsident. Die Staatsanwaltschaft müsse alle Verantwortlichen untersuchen, angefangen vom Polizeichef bis zu den einzelnen Polizisten. Allerdings warf er prorussischen Demonstranten vor, die Gewalt provoziert zu haben.
Armee verstärkt Belagerung von Slawjansk
Indes verstärkte die ukrainische Armee am Sonntag die Belagerung der von prorussischen Milizen gehaltenen Stadt Slawjansk im Osten des Landes. Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen errichteten außerhalb der 160.000-Einwohner-Stadt einen Kontrollposten auf der Hauptverbindungsstraße in die Regionalmetropole Donezk. "Die Stadt ist vollkommen umstellt", sagte die Rebellen-Sprecherin Stella Choroschewa am Sonntagabend.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 







Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.