Heute schon gelacht? Noch nicht? Dann wird’s Zeit. Denn im Gehirn zündet herzhaftes Gelächter ein kleines Feuerwerk. Und Kichern kann messbar Abwehrzellen aktivieren. Ein kurzer, echter Lachmoment reicht dafür oft schon aus. Ihr Immunsystem liebt Humor mehr, als Sie denken.
Es beginnt oft in den unscheinbaren Momenten: Ein schiefer Blick, ein unerwarteter Kommentar, ein kleines Missgeschick – und plötzlich bricht jemand in Lachen aus. Einer macht einen Witz in einer völlig verfahrenen Situation – und alle prusten los, bis ihnen die Tränen kommen. Danach ist alles leichter.
Kennen Sie solche Momente? Was für uns vielleicht wie ein kurzer Ausbruch aus dem Alltag wirkt, ist aus wissenschaftlicher Sicht ein hochwirksamer Gesundheitsmoment. Doch was passiert dabei genau im Körper?
Stress sinkt – und zwar messbar
Beim Lachen passiert in unserem Organismus mehr, als wir bewusst wahrnehmen. Die Atmung wird tiefer, das Herz schlägt ruhiger, und Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin gehen zurück. Gleichzeitig schüttet der Körper Glücksbotenstoffe aus, die uns entspannen und innerlich aufhellen.
Was ist Lachyoga?
Lachyoga, auch Hasya Yoga genannt, kombiniert bewusstes, grundloses Lachen mit Atem‑, Dehn‑ und einfachen Bewegungsübungen. Das künstlich begonnene Lachen geht dabei oft in echtes Lachen über. Blickkontakt, spielerische Elemente und das Motto „Fake it until you make it“ erleichtern den Übergang in ein freies, befreiendes Lachen.
Was kann es?
Lachyoga soll Stress reduzieren, das Immunsystem stärken, Schmerzen lindern und das emotionale Wohlbefinden steigern. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass der Körper zwischen echtem und künstlichem Lachen kaum unterscheidet – die positiven Effekte treten in beiden Fällen auf. Als Gruppenaktivität fördert es zudem soziale Verbundenheit und Leichtigkeit im Alltag.
Seit wann gibt es Lachyoga?
Die moderne Form des Lachyoga entstand 1995 in Indien. Der erste Lachclub traf sich damals täglich in einem Park in Mumbai – zunächst zum Witzeerzählen, später zu strukturierten Lachübungen.
Wer hat es erfunden?
Begründet wurde Lachyoga vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria und seiner Frau Madhuri, einer Yogalehrerin. Inspiriert von wissenschaftlichen Erkenntnissen über die gesundheitlichen Effekte des Lachens, entwickelten sie ein systematisches Übungsprogramm, das heute weltweit praktiziert wird.
Mag. Dr. Karin Flenreiss‑Frankl, klinische Psychologin sowie Gesundheits- und Arbeitspsychologin, erklärt: „Lachen ist eine der schnellsten Möglichkeiten, das Stresssystem zu beruhigen. Der Körper schaltet innerhalb weniger Sekunden vom Alarmmodus in einen Zustand der Entspannung.“
Ein Booster für das Immunsystem
Dass fröhliche Stimmung die Abwehrkräfte stärkt, klingt fast zu schön, um wahr zu sein – ist aber gut belegt. Studien zeigen, dass beim Lachen Immunzellen aktiver werden und Antikörper im Speichel steigen. Menschen, die regelmäßig lachen, sind oft weniger anfällig für Infekte. Mag. Dr. Flenreiss‑Frankl betont: „Wir unterschätzen, wie stark Emotionen auf das Immunsystem wirken. Lachen ist wie ein kleiner Trainingsreiz für die körpereigene Abwehr.“
Gute Laune ist kein Luxus. Es ist eine psychologische Ressource, die wir aktiv pflegen sollten – genauso wie Bewegung oder gesunde Ernährung.

Mag. Dr. Karin Flenreiss-Frankl, klinische Psychologin, Arbeits- und Gesundheitspsychologin
Bild: Krone KREATIV/Eva Manhart
Schmerzreduktion – ein überraschender Effekt
Kichern kann Schmerzen lindern. Durch die Ausschüttung von Endorphinen steigt die Schmerzschwelle. Ein Effekt, der sogar in der Schmerztherapie genutzt wird. Für viele Betroffene bedeutet das: Ein humorvoller Moment kann körperlich spürbare Erleichterung bringen.
Lachen verbindet – und stärkt Beziehungen
„Gemeinsames herzhaftes Lachen ist wie ein emotionaler Klebstoff. Es verbindet uns auf einer Ebene, die Worte allein nicht erreichen“, so Mag. Dr. Karin Flenreiss-Frankl. Wer gemeinsam lacht, fühlt sich einander näher. Das Bindungshormon Oxytocin wird freigesetzt, was Vertrauen und Verbundenheit stärkt.
Das Gehirn liebt Humor
Gelächter aktiviert gleich mehrere Hirnareale – jene für Emotionen, Motorik, Sprache und Belohnung. Diese breite Aktivierung wirkt wie ein Mini‑Workout fürs Gehirn. Menschen, die Humor bewusst nutzen, denken oft flexibler und finden kreativere Lösungen. Netzwerke synchronisieren sich. Mehrere Hirnareale arbeiten gleichzeitig – von der emotionalen Verarbeitung (Amygdala) bis zur Motorik und Atmung.
Warum wir Lachen bewusst trainieren sollten
Viele Erwachsene verlieren im Alltag den Zugang zu ihrem Humor – und damit zu einer wichtigen Ressource. Dabei wäre es gerade in stressigen Zeiten besonders wertvoll, sich bewusst Momente des Lachens zu schaffen.
Fakten, die verblüffen
Besonders wichtig ist Humor in Beziehungen – je mehr sie gemeinsam zum Lachen haben, umso harmonischer ist die Beziehung. Lachen ist also nicht nur gesund – es ist im Grunde Ihr eingebautes Wellness-Programm. Kostenlos, jederzeit abrufbar und gänzlich nebenwirkungsfrei.
Wer öfter lacht, tut seinem Körper etwas Gutes, ohne dafür ins Fitnessstudio zu müssen. Und mal ehrlich: Wann hat uns ein Bauchmuskelkater vom Lachen je gestört?
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