„Terrorist“ für Kreml
Kriegsveteranen-Witz: Komiker muss in Straflager
In Russland hat ein Komiker einen Witz über einen Kriegsveteranen gemacht und ist nun zu fast sechs Jahren Straflager verurteilt worden. Artemi Ostanin hatte bei einer Stand-up-Show im März 2025 gesagt, dass er von einem „beinlosen Skateboardfahrer“ in der U-Bahn angerempelt worden sei. Der „Idiot“ sei auf eine Mine getreten.
Ostanin hatte weder die Ukraine noch den Krieg dort direkt erwähnt. Dennoch verbreiteten Kreml-treue Medien ein Video online und riefen dazu auf, den Komiker wegen Beleidigung eines verletzten russischen Soldaten zu bestrafen. Der 29-Jährige sagte, dass sich sein Witz nicht auf die „militärische Spezialoperation“ bezogen habe. So nennt der Kreml den Krieg im Nachbarland.
Ostanin wurde im vergangenen Jahr festgenommen und auf die russische Liste von „Terroristen“ und „Extremisten“ aufgenommen. Dabei geht es oft darum, abweichende Meinungen zu unterdrücken und politische Gegnerinnen sowie Gegner ins Visier zu nehmen. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 wurde dieses Vorgehen verschärft.
Am Mittwoch wurde Ostanin nun zu fünf Jahren Haft und neun Monaten in einer Strafkolonie verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er wegen „Anstiftung zum Hass“ und „Beleidigung von Gläubigen“ durch einen anderen Witz. „Ich hoffe, niemand gerät jemals in die gleiche Situation wie ich, in der ich Opfer brutaler Rechtsverletzungen wurde“, sagte er in seinem Schlussplädoyer vor Gericht.









Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.