Ein Drogendealer aus Vorarlberg geriet ins Visier der Ermittler und wurde verhaftet. Am Donnerstag wurde der Mann am Landesgericht Feldkirch wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.
Arbeitslos, drogensüchtig, mehrfach vorbestraft – und mittendrin im großen Drogengeschäft: Ein erst 25-Jähriger steht im Zentrum eines kriminellen Netzwerks, das im Raum Bludenz monatelang mit Rauschgift gedealt hat. Die ihm zur Last gelegten Taten beziehen sich auf den Zeitraum März bis Ende August des vergangenen Jahres. Während einige seiner Komplizen bereits verurteilt sind, sitzen andere noch in U-Haft.
Und der junge Mann selbst? Fünf Vorstrafen hat er bereits auf dem Kerbholz, die meisten einschlägig – und 10.000 Euro Alimente für sein Kind sind ebenfalls offen. Trotzdem griff er erneut zu Kokain, Cannabis und Ecstasy. Und das nicht zu knapp. Bei der Hausdurchsuchung in seiner Wohnung machten die Ermittler einen brisanten Fund: Kilo-Beutel, vorbereitet für bis zu fünf Kilogramm Kokain, fein säuberlich portioniert. Dazu knapp zehn Kilo Cannabiskraut und ein ganzes Kilo MDMA. Keine Kleinstmengen, kein Gelegenheitsdeal, sondern Drogenbusiness im großen Stil.
Angeklagter unter Druck
Die Drogen kamen größtenteils aus der Schweiz, die Qualität war mittelmäßig, der Gewinn überschaubar: Rund 12.000 Euro sollen laut Schätzung des öffentlichen Anklägers eingenommen worden sein – Geld, das sich nun der Staat zurückholen will. Vor Gericht schwieg der Angeklagte weitgehend. Sein Anwalt verwies auf ein 22-seitiges Geständnis aus der Ermittlungsphase. In der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch lobte der Staatsanwalt den Mut des Beschuldigten: „Ich muss Ihnen zugutehalten, dass, obwohl Sie enorm unter Druck gesetzt worden sind, ein Geständnis abgelegt haben.“
Am Ende setzte es viereinhalb Jahre Haft wegen Suchtgifthandels und Eigenkonsums. Angesichts eines möglichen Strafrahmens von bis zu 15 Jahren ein fast noch mildes Urteil. Rechtskräftig ist es allerdings noch nicht. Staatsanwalt und Verteidigung nahmen sich jeweils drei Tage Bedenkzeit.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.