Alarmierende Resultate

Was die Asbest-Taskforce nun herausfinden muss

Burgenland
26.01.2026 16:53

Nach den alarmierenden Untersuchungen von Greenpeace will das Land Burgenland schnell Klarheit über die mögliche Gesundheitsgefährdung durch asbesthaltiges Material haben. Für die Bevölkerung wurden eigene Anlaufstellen geschaffen.

Wie groß ist die Gefahr, die von asbesthaltigem Material ausgeht? Das ist eine der wichtigsten Fragen, welche die vom Land ins Leben gerufene Taskforce beleuchten soll.

Wie berichtet, wurden Anfang des Jahres vier Steinbrüche im Mittel- und Südburgenland wegen asbestbelastetem Material geschlossen. Ende voriger Woche schlug zusätzlich Greenpeace Alarm: In Proben, die in drei südburgenländischen Gemeinden genommen wurden, fanden sich bis zu 50 Prozent Asbest.

Greenpeace schlug nach dem positiven Test auf Asbest in sämtlichen Proben Alarm.
Greenpeace schlug nach dem positiven Test auf Asbest in sämtlichen Proben Alarm.(Bild: MITJA KOBAL)

Keine Panikmache
Man nehme diese Ergebnisse sehr ernst, wolle die Bevölkerung aber nicht verunsichern, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Montag. Es könne nicht damit abgetan sein, Gesteinsproben zu nehmen und aus den Ergebnissen Schlüsse abzuleiten, meinte er in Richtung Greenpeace. Es gelte zu differenzieren: Was an Asbest sei gebunden und damit nicht gesundheitsschädlich und was werde freigesetzt? Bekanntlich stellt Asbest dann eine Gefahr dar, wenn es beispielsweise durch Schleifen als Staub in die Luft und somit in die Lunge gelangt.

Am Montag wurde die Taskforce vorgestellt.
Am Montag wurde die Taskforce vorgestellt.(Bild: LMS)

Luftqualität wird untersucht
Deswegen soll die Taskforce – ein siebenköpfiges Expertenteam unter der Leitung des Umweltmediziners Hans-Peter Hutter bzw. seines Vertreters Hanns Moshammer von der MedUni Wien – den Sachverhalt objektiv und den Normen entsprechend untersuchen. Unter anderem soll es zu Messungen der Luftqualität an mehreren Standorten – auch dort, wo Greenpeace Proben entnommen hat – kommen.

Erste Ergebnisse in einem Monat
Laut dem beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Michael Kochberger dürfte es in einem Monat Ergebnisse geben, aufgrund derer man Erstaussagen treffen könne. Mit einem Messdurchgang werde es aber nicht getan sein. Wichtig sei, das Normensystem strikt einzuhalten, um belastbare Ergebnisse zu erhalten. Zur Beprobung von Greenpeace könne er nichts sagen, da er das Probenprotokoll nicht kenne, so Kochberger.

Aus Steinbrüchen werden erneut Proben genommen
Auch die betroffenen Steinbrüche sollen erneut beprobt werden – unter dem Aspekt der Messtechnik und der Einbindung von Experten, so Landesrat Heinrich Dorner. Er betonte allerdings, dass es aktuell per se keine Gesundheitsgefährdung gebe.

Auch andere Bundesländer betroffen?
Sollte es zu Überschreitungen kommen, werde man gemeinsam mit der Taskforce Lösungen anbieten, erklärt Doskozil. Den Vorwurf von Greenpeace, dass die Behörden die Steinbrüche früher hätten sperren müssen, ließ er nicht gelten. Das Burgenland habe als einziges Bundesland reagiert, obwohl es auch andere Steinbrüche mit derartigen geogenen Einschlüssen gebe. Wäre es nur nach den Messungen des Arbeitsinspektorats in den Steinbrüchen gegangen, wäre es zu keinen Schließungen gekommen, so Doskozil. Zwei der vier Steinbrüche sind in steirischer Hand.

Vier Steinbrüche wurden wegen asbestbelastetem Material gesperrt.
Vier Steinbrüche wurden wegen asbestbelastetem Material gesperrt.(Bild: Greenpeace)

Rechtliche Fragen
Sowohl der Landeshauptmann als auch seine Stellvertreterin Anja Haider-Wallner merkten an, dass es aktuell keinen klaren rechtlichen Rahmen gebe, ab wann gehandelt werden müsse. Hier seien Bundesbehörden und Ministerien zuständig.

Gegenüber der Bevölkerung versprach Haider-Wallner volle Transparenz. Ab Dienstag soll es eine Hotline für Anfragen aus der Bevölkerung geben, auch online werden die wichtigsten Fragen beantwortet.

Sperren gefordert
Greenpeace warnte unterdessen erneut vor den Gefahren durch Asbest. Die bisherigen Funde seien nur die Spitze des Eisbergs. Das betroffene Material sei großflächig verteilt worden. Fasern aus brüchigen Asbestbrocken würden schon bei geringster Beanspruchung in die Luft gelangen. „Wir fordern weiterhin, dass beanspruchte Flächen zum Schutz der Bevölkerung sofort gesperrt werden müssen. Je mehr Asbestgestein offen auf beanspruchten Flächen herumliegt, desto mehr krebserregende Asbestfasern können in die Luft gelangen“, so Stefan Stadler von Greenpeace.

Als richtigen Schritt bezeichnete ÖVP-Klubchef Bernd Strobl die Taskforce. Allerdings gebe es offene Fragen zu den Kontrollen der Behörde: „Asbestbelastungen entstehen nicht plötzlich über Nacht“, so Strobl.

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