„Sparen trifft Kinder“

Familienhelfer warnen nach Drama um Siebenjährige

Tirol
14.05.2026 18:00

Nach der schlimmen Vernachlässigung eines siebenjährigen Mädchens in Tirol warnt die Chefin einer Familienhilfe-Einrichtung vor dem bereits angelaufenen Sparkurs. „Die Prävention darf nicht leiden“, lautet ihr Appell angesichts von Stunden-Kürzungen. Zum erschütternden Fall sind noch viele Fragen offen.

Jugendliche Drogentote, frühe Kriminalität oder nun der schreckliche Fall rund um die grobe Vernachlässigung einer Siebenjährigen im Tiroler Oberland – hier braucht es für die Familien Betreuung von außen.

Isabel Genelin ist Geschäftsführerin der Familiaris GmbH für die mobile Intensivbetreuung von Familien. Ein so genannter Träger, der im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe des Landes tätig wird. „Die Einsparungen im System machen die Betreuung immer schwerer“, nimmt sie den erschütternden Fall als Anlass für einen Hilferuf.

Bewilligte Wochenstunden teils deutlich reduziert
Und sie nennt ein Beispiel: „Die bewilligten Wochenstunden bei einer Familie wurden teils deutlich reduziert.“ Die Landesregierung habe sich im Doppelbudget entschlossen, hier den Sparstift anzusetzen. „Wir haben dagegen protestiert und auf die negativen Auswirkungen aufmerksam gemacht“, sagt Genelin. Denn fehlende Präventionsarbeit werde auch die Folgekosten erhöhen – etwa dann, wenn ungelöste Probleme in den Familien in eine Fremdunterbringung von Kindern münde.

Zitat Icon

Wie viel muss noch passieren, bis den Verantwortlichen endlich klar wird, dass sich die Folgen immer dann zeigen, wenn es schon zu spät ist?

Isabel Genelin

Genelin weist auf die Bedeutung intensiver Betreuung hin: Man reduziere die Jugendkriminalität, decke häusliche Gewalt und Missbrauch auf, unterstütze überforderte Eltern im Alltag und helfe bei psychischen Erkrankungen. Die Familiaris-Chefin weist auch darauf hin, dass sich die Folgen von Einsparungen immer erst dann zeigen, wenn es schon zu spät sei. „Die Leidtragenden sind am Ende meistens die Hilflosesten unserer Gesellschaft – die Kinder.“

Viele Fragen im Fall des vernachlässigten Kindes
Indessen laufen die Ermittlungen rund um die grobe Vernachlässigung der Siebenjährigen aus dem Tiroler Oberland weiter. Viele Fragen sind offen, viele davon stellen auch die User auf krone.at. Wie konnte es so weit kommen? Hat wirklich niemand anderer von dem Leid des Mädchens gewusst? Wo waren Großeltern, Freunde, Bekannte, Nachbarn? Die Eltern sind zumindest bis zur nächsten Haftprüfung in zwei Wochen in U-Haft.

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