In MotoGP-Titelkämpfen saß der erbittertste Feind schon oft in der eigenen Box. Bei Aprilia steuern heuer auch Jorge Martin und Marco Bezzecchi auf dieses Schicksal zu. Warum das interne Duell heuer nicht allzu hitzig wird, weiß Motorrad-Urgestein Gustl Auinger.
In der MotoGP weht heuer ein anderer Wind! Die Zeit der Ducati-Dominanz ist vorbei, Aprilia ist nun der neue König unter den Motorrädern. Mit Marco Bezzecchi und Jorge Martin liegen die beiden Werkspiloten der Italiener vor dem kommenden Rennen in Barcelona (GP am Sonntag um 14 Uhr, live bei ServusTV) an der WM-Spitze – nur durch einen Punkt getrennt.
Bezzecchi ist ein Fahrer, der sich selbst immer kleiner sieht, als er tatsächlich ist.
Gustl Auinger über WM-Leader Bezzecchi
Favorit auf Umwegen
Der Titel führt heuer nur über das Duo, das unterschiedlicher kaum sein könnte, wie Gustl Auinger weiß: „Bezzecchi ist ein Fahrer, der sich selbst immer kleiner sieht, als er tatsächlich ist. Er hat für jeden Karriereschritt einen kleinen Schubser gebraucht. Beim MotoGP-Aufstieg hat ihm Valentino Rossi zugeredet, den Sprung zum Werksfahrer bei Aprilia hat er nur gemacht, weil er nicht die Nummer eins mit all der Entwicklungsarbeit sein musste.“
Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. So wurde Bezzecchi von sich selbst überrascht: „Weil Martin im Vorjahr kaum aus dem Krankenbett gekommen ist, war Bezzecchi zwangsläufig die Nummer eins. Und er hat gezeigt, dass er damit in der Lage ist, selbst Weltmeister zu werden.“ So feierte er saisonübergreifend fünf GP-Siege in Folge, führt jetzt mit 128 Punkten die WM an.
Ex-Weltmeister wieder voll da
Martin hingegen wurde bereits 2024 auf einer Ducati im Privatteam Pramac Weltmeister, ehe ihn im Vorjahr eine Pechsträhne mit zahlreichen schlimmen Verletzungen ereilte. „Er war immer ein Spitzbub, ein Frechdachs. Diese Kante hat ihm das Schicksal des vergangenen Jahres ein bisschen abgeschliffen. Die Rückschläge haben ihn aber als Mensch unglaublich weitergebracht. In punkto Selbstsicherheit und Reife ist er Bezzecchi eigentlich überlegen.“ In Le Mans krönte er seinen Weg zurück mit dem ersten Sieg seit eineinhalb Jahren.
Im vermeintlichen WM-Cocktail von Aprilia gibt es noch eine entscheidende Zutat: „Teamchef Massimo Rivola, der ein unglaublich gutes Gefühl für sein Team und sehr starke menschliche Führungsqualitäten hat.“ Weshalb Auinger auch nicht glaubt, dass es im Titelkampf teamintern krachen wird: „Beide Fahrer respektieren sich und hier treffen auch keine zwei Alphatiere aufeinander, sondern zwei talentierte Piloten mit ganz unterschiedlichen Charakteren.“
Die auch wissen, dass sie nächste Saison nicht mehr Teamkollegen sein werden. Weil Jorge Martin zu Yamaha wechseln wird, während Bezzecchi schon am Jahresanfang seinen Vertrag bei Aprilia verlängerte. Der Italiener sollte aber gewarnt sein: Als Martin das letzte Mal einen Arbeitgeber verließ, nahm er den WM-Titel gleicht mit.
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