Kulturgut

Wer liegt wirklich im Kölner Dreikönigenschrein?

Kultur
05.01.2026 17:04

Seit 27. Dezember sind in Österreich rund 85.000 Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs – und trotzen der eisigen Kälte. Sie überbringen den Segen fürs neue Jahr und sammeln für den guten Zweck. Doch wer sind diese Heiligen Drei Könige? Das Rätsel um Caspar, Melchior und Balthasar.

Jedes Jahr dasselbe Szenario: Drei Kinder gehen im Kostüm singend und bettelnd von Tür zu Tür. Man kennt diese Tradition des „Sternsingens“ seit dem Mittelalter, als drei als Könige verkleidete Männer singend die Geburt Christi verkündeten. In Österreich hat die katholische Jungschar den Brauch im Jahr 1954 wiederbelebt. In Wien zogen schon ab 1947 Sternsinger aus, um für soziale Hilfe und den Wiederaufbau des Stephansdoms zu sammeln.

Im prachtvollen Dreikönigenschrein im Kölner Dom werden die Reliquien der Heiligen Drei Könige ...
Im prachtvollen Dreikönigenschrein im Kölner Dom werden die Reliquien der Heiligen Drei Könige verwahrt.(Bild: Reinhard Matz & Axel Schenk)

Der gute Zweck ist geblieben: Im letzten Jahr wurden stolze 19,5 Millionen Euro gespendet. Ob dieser Rekord heuer für Kinderrechte und Bildung in Nepal gebrochen wird?

Aus dem Matthäus-Evangelium

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.

Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Doch wer sind die drei, die singen und ihre Initialen „C + M + B“ hinterlassen, was als „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) gedeutet wird. Matthäus spricht von Sterndeutern, die Herodes ausschickt, um den Heiland zu suchen. Sie folgen dem Stern und beschenken schließlich das Jesuskind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Aus diesen königlichen Gaben schloss man im 9. Jahrhundert auf drei – historisch natürlich nicht verbürgte – Könige von den drei damals bekannten Kontinenten (Afrika, Asien, Europa) und nannte sie Caspar, Melchior und Balthasar. Doch wessen Gebeine nahm Kaiser Friedrich Barbarossa 1162 aus dem zerstörten Mailand mit, die als ihre Reliquien in einem prachtvollen Goldschrein heute noch im Kölner Dom angebetet werden? Diese Frage wird wohl nie geklärt werden können.

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