GUTEN MORGEN

Was wir nicht gerne hören | Augen auf und durch

Was wir nicht gerne hören. Neujahransprachen der österreichischen Bundespräsidenten waren auch schon einmal optimistischer und beruhigender als das, was gestern Alexander Van der Bellen sagte. Er wisse schon, erklärte der Bundespräsident, „das ist nicht das, was man in einer Neujahrsansprache gerne hören will, aber die Zeiten ändern sich. Und wir sollten nicht so tun, als wäre nichts geschehen“. Er listete auf, was alles wir wohl nicht gerne hören: Die Welt sei nicht mehr die, die sie vor zehn Jahren war. „Allianzen, die wir lange Zeit für unumstößlich gehalten hatten, existieren in dieser Form nicht mehr. Im Osten Europas, gerade so weit von unserer Staatsgrenze entfernt wie der Bodensee vom Neusiedlersee, herrscht Krieg.“ Wir seien gesteuerter Desinformation, digitalen Sabotageakten und dem permanenten Versuch, Europa zu spalten, ausgesetzt. Die neue Sicherheitsdoktrin der USA würdige Europa und seine Länder herab. Und man höre von Plänen, Österreich und andere Staaten aus der EU „herauszulösen“. „All das hätte man bis vor Kurzem noch für unmöglich gehalten.“ „Und wir hören Aussagen, die als Drohung verstanden werden können: Wenn Europa Krieg möchte, könne Europa Krieg haben.“ Ja, stimmt, das wollen viele wirklich nicht hören, manche auch nicht ernst nehmen.

Augen auf und durch. Alles ganz hoffnungslos? Nein, Van der Bellen lässt uns sein Rezept wissen, wie Österreich, wie Europa wieder aus dem Tief kommen kann. Er ruft in seiner Neujahrsansprache angesichts des zunehmenden Drucks auf unseren Kontinent zu einem neuen Europa-Patriotismus auf. „Wir brauchen Einheit. Wir brauchen Selbstbewusstsein. Wir brauchen Streitbarkeit. Unser Europa ist ein Ort, um den uns viele, sehr viele Menschen beneiden. Lassen wir uns dieses Europa nicht schlechtreden. Es ist wichtig, dass wir weiter an die europäische Idee glauben.“ Man wolle Europa teilen, um wirtschaftlich und politisch über den Kontinent zu herrschen. „Aber wir Europäer wollen selber bestimmen, wohin wir gehen. Lassen Sie uns stolz sein auf unser Europa.“ Van der Bellens Parole: „Augen auf und durch“. Das hat schon was, oder?

Kommen Sie gut durch den Freitag!

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