Ein Opel, der eigentlich ein Leapmotor ist – und das aus Spanien? Klingt nach einem globalen Ratespiel, ist aber ernst gemeint: Schon ab 2026 könnte der chinesische Leapmotor B10 als Opel vom Band rollen.
Die Idee stammt aus der Stellantis-Zentrale, wie die Automobilwoche berichtet: Man prüfe, ob der B10, ein 4,52 Meter langes, vollelektrisches Kompakt-SUV, künftig mit Blitz am Bug verkauft werden soll. Das Branchenblatt zitiert eine hochrangige interne Quelle mit der Aussage, man sehe darin eine „interessante Möglichkeit, ein gut ausgestattetes und günstiges E-Modell im C-SUV-Segment anzubieten“.
Noch ist keine Entscheidung gefallen – aber die Überlegungen sind weit genug gediehen, dass Branchenmedien und Insider längst spekulieren.
Premiere für Stellantis
Ein solches Re-Badging wäre bei Pkw-Modellen der Gruppe ein Novum. Bisher teilen sich die Marken vor allem Plattformen, Antriebe und Werke – aber keine kompletten Autos. Bei Innen- und Außendesign ebenso wie bei der Fahrwerksabstimmung grenzen sie sich voneinander ab. Ganz anders bei den leichten Nutzfahrzeugen, wo Citroën, Peugeot, Fiat & Co schon länger fast identische Modelle anbieten.
Produktion in Spanien
2026 soll der B10 im Stellantis-Werk Saragossa, wo heute schon Corsa, Mokka und C3 Aircross gebaut werden, in Serie gehen. Der Vorteil: Produktion in Europa heißt auch, keine EU-Strafzölle auf chinesische E-Autos. Leapmotor spart damit 20,7 Prozent zusätzlich zu den zehn Prozent Einfuhrzoll – und Opel hätte ein Kampfpreis-Modell im Regal.
Kampfpreis gegen ID.4 & Co
Der Leapmotor B10 startet in Österreich ab 29.900 Euro – gut 10.000 weniger als viele Rivalen wie VW ID.4 oder Skoda Elroq. Das könnte ihn zum Preisbrecher im Kompakt-SUV-Segment machen. Nur blöd, dass Opel mit dem neuen Frontera bereits ein ähnliches Modell im Angebot hat – die kannibalische Versuchung wäre also groß.
Leapmotor auf Wachstumskurs
Der chinesische Partner verkauft bisher überschaubare Stückzahlen: Rund 16.500 Autos in Europa bis Ende September, die meisten davon in Form des Kleinstwagens T03. Doch die Ambitionen sind groß – 50.000 bis 60.000 Fahrzeuge weltweit will man heuer absetzen.
Neben dem B10 kommt nächstes Jahr noch eine Version mit Range Extender, ob die ebenfalls in Spanien gefertigt wird, bleibt offen.
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