Boom bei Rohren

Kärntner Baustoffriese wächst weltweit weiter

Wirtschaft
20.09.2025 14:00

Der Kärntner Familienkonzern Wietersdorfer übertraf im Vorjahr trotz schwacher Bauwirtschaft die Umsatzmilliarde klar. Größter Markt sind bereits die USA, vor allem mit Rohren für Wasserleitungen setzt man aber verstärkt auf Afrika, Südamerika und Australien.

Wer an Baustoffe und Rohre denkt, dem fällt der heimische Weltkonzern Wienerberger ein, doch Österreich hat sogar einen zweiten derartigen Riesen: Die Wietersdorfer-Gruppe kam im Vorjahr bereits auf 1,1 Milliarden Euro  Umsatz und gut 3600 Mitarbeiter. Trotz der schwachen Bauwirtschaft legten die Kärntner um weitere gut 3 Prozent zu.

„Das war nach dem Aufholbedarf nach Corona zu erwarten, wir haben aber frühzeitig internationalisiert. Nicht überall läuft es rund, doch wir sind dadurch in allen Wachstumsregionen dabei“, erklärt Vorstandschef Michael Junghans. „Europa ist mit 70 Prozent Umsatzanteil stärkste Region, doch als einzelnes Land sind die USA voran. Dort haben wir groß ausgebaut, sind jetzt aber auch teilweise von den Zöllen für Vorprodukte betroffen und fahren bei weiteren Ausbauplänen nun auf Sicht.“ Große Chancen sieht Junghans vor allem im Rohr-Geschäft, das mit etwa 500 Millionen Euro Umsatz der größte Bereich ist.

Über die Töchter Poloplast (PP-Rohre) und Amiblu bzw. Hobas (Glasfaser) setzt er auf die weltweite Nachfrage bei Trinkwasser- und Bewässerungsprojekte. In Australien wurde daher zuletzt ein Rohrerzeuger gekauft, auch in Lateinamerika (Mexiko, Argentinien) sowie Afrika (Werk in Casablanca) wächst Wietersdorfer rasant. „Afrikas Bevölkerung dürfte sich bis 2050 verdoppeln, in Australien sind 34 Prozent Plus prognostiziert. Da sind wir überall dabei.“ Derzeit ist man schon in 47 Ländern mit 89 eigenen Fabriken bzw. Vertriebsstandorten präsent und liefert in gut 110 Staaten. Zweitgrößter Bereich mit 25 Prozent Umsatzanteil ist die Erzeugung von Zement und Beton der Tochter Alpacem, ein weiteres Fünftel steuern Industriemineralien sowie Kalk bei.

Die Gruppe, die seit Gründung von 125 Jahren der Familie Knoch gehört, stieg zuletzt durch eine Übernahme als neuen Bereich in die Erzeugung von Silizium und Quarzglas ein und ist nun Zulieferer für die Halbleiterbranche. Für weitere Expansionsschritte „ist der Ehrgeiz ebenfalls da, wir schauen uns ständig um.“

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