Ohne Vuvuzelas. „Warum nur, warum?“ Die Popularität der ORF-Sommergespräche – die konnte in der Sonntags-„Krone“ nicht einmal Politprofessor Peter Filzmaier wirklich erschöpfend erklären. Warum nur, warum schauen sich viele hunderttausend Österreicher (die genauen Zahlen werden erst heute vorgelegt) etwa die neue Chefin der Grünen im ersten Sommergespräch des Jahres an? Jene Leonore Gewessler, die für so viele im Land offensichtlich ein rotes Tuch ist. Vielleicht weil sie neugierig sind, in welche Szenerie der Staatsfunk heuer seine Gäste setzt. Sie bekamen ein hübsch mit Oleander, Hortensien und Kirschlorbeer dekoriertes Gärtchen im ansonsten sehr begrenzt hübschen ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg zu sehen. Wir haben schon spektakulärere Kulissen zu sehen bekommen (wie zuletzt den Traunsee), aber auch weit üblere (wie das „Stasi-Verhörzimmer“ im Parlament). Die Zuschauer waren sicher auch neugierig, ob das Gespräch wieder einmal gestört wird – wie ehedem durch künstliches Elefantengeschrei, laute Vuvuzelas (das waren die von der Fußball-WM in Südafrika bekannten lärmenden Trompeten) oder schlicht durch Gelsen. Da wurden sie enttäuscht. Und der Moderator? Klaus Webhofer, jahrzehntelang nur im Radio zu hören, wird nun auch einer breiten Masse an TV-Zuschauern bekannt. Und, so viel kann man schon nach dem Auftakt sagen: Wir haben hier schon schlechtere Interviewer im Sommergespräch erlebt.
„Net umblosen“. Und die neue Nummer 1 der Grünen? Bekräftigte, was sie schon seit der Übernahme der Partei immer wieder versichert: Sie wolle zuhören. Wenn es um ihre neue Rolle an der Parteispitze geht, dann verfällt sie wie so oft im Sommergespräch in die Umgangssprache, „des is a große Aufgabe“. Oder wenn sie über die Rückmeldungen ihrer Gesprächspartner erzählt, da höre sie als Kompliment „Respekt, du losst di net umblosen“. Interviewer Webhofer spricht sie zuletzt auch noch darauf an, dass er den Eindruck habe, sie spreche neuerdings öfter im Dialekt. Das passiere, wenn sie emotional sei, erklärt Gewessler. Sie erzählt auch, dass sie weiter mit vielen in der ÖVP auf ein Bier geht. Aber wohl nicht mit dem ÖVP-Wirtschaftsminister, an dem sie sich wegen dessen Lostreten der Teilzeitdebatte heftig reibt. Denn er richte den Frauen aus, dass sie faul sind, dass sie schuld seien an der Wirtschaftskrise. Das sei eine unsägliche Debatte. Wie auch immer man zu Gewessler steht: Wir haben schon schlechtere Politiker im Sommergespräch erlebt.
Kommen Sie gut durch den Dienstag!
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