Debatte geht weiter

Pensionen: Die Vorteile und Tücken der „Flat Tax“

Innenpolitik
04.08.2025 13:22

Kanzler Christian Stocker hat erst kürzlich mit einem Machtwort die Debatte über eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters beendet. Er betonte dabei aber, dass Arbeitnehmer länger in Beschäftigung bleiben müssen. Ein mögliches Instrument hierfür wäre die Einführung einer „Flat Tax“ für Ältere.

Dieser niedrige Steuersatz hat aber nicht nur Vorteile. Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes, schlägt einen 25-Prozent-Steuersatz für freiwilliges Arbeiten in der Pension. Sie macht der Regierung Druck. Das Gesetz soll bereits Anfang 2026 in Kraft treten.

Von 1000 Euro bleiben 750 übrig
„Menschen, die freiwillig in der Pension arbeiten, sollen künftig finanziell und bürokratisch spürbar entlastet werden. Herzstück ist die Flat Tax von 25 Prozent, die sowohl für steuerliche Klarheit als auch für mehr Netto vom Brutto sorgt. Wer künftig etwa 1000 Euro pro Monat dazuverdient, soll 750 Euro netto behalten – unabhängig von der Höhe der Pension“, rechnet Korosec im Gespräch mit der „Krone“ vor.

Ingrid Korosec
Ingrid Korosec(Bild: Jannes Erwin)

„Ein einfaches, faires Modell, das viele Menschen entlastet, Bürokratie abbaut – und ein großes Potenzial für unsere Gesellschaft und für den Arbeitsmarkt hat“, so Korosec.

Flat Tax
Die Details
  • Keine Pensionsbeiträge mehr für freiwillige Erwerbsarbeit in der Alterspension.
  • Flat Tax von 25 Prozent auf die Zuverdienste ab 1.1.2026.
  • Sofortversteuerung – keine Nachzahlungen Monate später oder Steuererklärungen im Nachhinein.
  • 30.000 bis 40.000 Neupensionisten jährlich, die freiwillig arbeiten möchten, wenn es finanziell attraktiv ist
  • Arbeitsmarkt braucht dieses Potenzial – besonders angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle der Babyboomer.

Die Gegner der Flat tax sehen in diesem Modell auch große Nachteile. Es werde sich der Pensionsaufschub nicht mehr rechnen, wenn der Zuverdienst zur Pension massiv begünstigt werde, prophezeit etwa die Arbeiterkammer. Wegen der enormen Kosten für die öffentliche Hand biete die Flat Tax Rückenwind für die Forderung nach einer Anhebung des Regelpensionsalters.

Zudem würden hauptsächlich Gutverdiener profitieren. Einem Pensionisten mit 2000 Euro Pension und 1000 Euro Zuverdienst würde die Flat Tax eine Ersparnis von 1129 Euro im Jahr bringen. Ein Steuerberater mit 3000 Euro Pension, der in seiner Kanzlei um 5000 Euro im Monat weiterarbeitet, käme hingegen auf 11.635 Euro.

Regierungsgespräche laufen gerade
In der Dreier-Regierung laufen aktuell Gespräche über die Einführung einer  „Flat Tax“ für Personen, die neben dem Pensionsbezug arbeiten. Man müsse aber hier aufpassen, dass man mit zu hohen Förderungen nicht das Vorhaben der Regierung konterkariere, das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben, sagt SPÖ-Abgeordnete Barbara Teiber.

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