Mit Stipendien und Rückkehrpflicht bereitet sich das Land auf den Start der Privat-Uni vor. Landeshauptmann Doskozil fordert zudem eine Ärztepflicht für das öffentliches System
Die Pläne für die Gründung der Privaten Medizinischen Universität Burgenland (MUB) werden konkret: Nach der positiven Machbarkeitsstudie und der Einrichtung eines Lenkungsausschusses steht nun der Aufbau des akademischen und organisatorischen Leitungsteams bevor. Dieses soll die entscheidenden Schritte zur Akkreditierung der Universität einleiten, ein Meilenstein für das Projekt, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
„Wir sind in der Phase, in der es darum geht, die Strukturen für eine erfolgreiche Akkreditierung zu schaffen“, ergänzt Nikolaus Schermann, Geschäftsführer der Burgenländischen Hochschulen. Dazu gehören unter anderem die Erstellung von Studienplänen, der Nachweis über qualifiziertes Lehrpersonal, eine Forschungsstrategie sowie das Finanzierungskonzept und die Infrastrukturplanung.
Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um eine hochwertige, wohnortnahe Gesundheits- versorgung für die Bevölkerung zu gewährleisten.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil
Der Akkreditierungsprozess bei AQ Austria soll noch in der laufenden Regierungsperiode vorbereitet werden. Neben dem Humanmedizinstudium ist auch ein Studium der Zahnmedizin in Vorbereitung, beide mit Fokus auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI). „Wir wollen neue Standards in der medizinischen Ausbildung und Forschung setzen und brauchen dafür exzellente Köpfe“, so Schermann.
Bis zum Start der MUB werden Medizinstudierende im Burgenland mit 1.000 Euro monatlich unterstützt, wenn sie sich verpflichten, ihre Facharztausbildung im Land zu absolvieren und danach mindestens fünf Jahre im Kassenbereich oder einer Klinik tätig zu sein. „Wir investieren gezielt in Jungmediziner, um die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung abzusichern“, so Doskozil.
Bund diskutiert über den burgenländischen Weg
Der burgenländische Zugang könnte bald auch auf Bundesebene Schule machen: Ein ähnliches Modell wird im Gesundheitsministerium diskutiert. Doskozil fordert jedoch mehr: „Der Bund hätte die Möglichkeit, alle öffentlich geförderten Studierenden zu verpflichten, für eine gewisse Zeit im öffentlichen Gesundheitssystem zu praktizieren.“ Denn derzeit wandert ein erheblicher Teil nach der Ausbildung ins Ausland oder in den privaten Bereich ab – eine Entwicklung, die vor allem strukturschwache Regionen trifft.
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