Geplant, getan! Schattendorf hat einen absoluten Baustopp verhängt, klare Richtlinien sollen künftig das Ortsbild prägen. Der Gemeinderat gab in der aktuellen Sitzung grünes Licht für neue Regeln. Dieser bemerkenswerte Entschluss hatte bereits vorab Wirkung gezeigt: Etliche Kommunen überlegen, dem Vorbild des 2400-Einwohner-Grenzortes zu folgen.
Schon die Ankündigung des Beschlusses einer allgemeinen Bausperre hatte, wie berichtet, große Aufmerksamkeit erregt. In den vergangenen Wochen haben sich immer wieder Bürgermeister und Amtskolleginnen in Schattendorf gemeldet, um nähere Informationen über das drastische Vorgehen einzuholen.
Erforderliche Maßnahme
„Die Einführung der Bausperre ist eine dringend erforderliche Maßnahme, um sicherzustellen, dass die Entwicklung unserer Gemeinde nicht allein durch kurzfristige Interessen von Investoren und Siedlungsgenossenschaften geprägt wird. Der Druck, der durch massive Bautätigkeiten auf unsere Infrastruktur ausgeübt wird, ist nicht zu unterschätzen“, erklärt Bürgermeister Thomas Hoffmann (SPÖ) die Beweggründe.
Der aktuelle Beschluss wird nicht nur als Schutzschild gegen steigende Immobilienpreise gesehen, sondern auch als eine bewusste Entscheidung für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung. Dem architektonischen Wildwuchs und einer ausufernden Versiegelung von Böden an der Peripherie soll rechtzeitig gegengesteuert werden. Simple Blockbauten am Ortsrand sind nicht mehr erlaubt, Häuser mit viel Grün hingegen schon.
Einfamilienhaus fördern
„Unser Fokus liegt auf der Förderung des ,klassischen’ Einfamilienhausbaus und der Revitalisierung abgewohnter Gebäude im Ortskern“, merkt Hoffmann an. Das rege Interesse vieler Amtskollegen, in ihren Kommunen ähnliche Regelungen umsetzen zu wollen, unterstreiche die Relevanz und Notwendigkeit der Schattendorfer Initiative, sagt er.
„Bevölkerung im Vordergrund“
Der Beschluss zur Einführung einer allgemeinen Bausperre wurde in der Sitzung Dienstag am Abend eindeutig gefasst – bei 19 SPÖ-Sitzen, drei ÖVP-Mandaten und einer FPÖ-Stimme im Gemeinderat. Außer „Ja“ gab es nur ein „Nein“ und eine Enthaltung, beides kam von der ÖVP. Zwei SPÖ-Mandatare waren krankgemeldet.
Größtes Augenmerk bei den Bebauungsplänen wird ab sofort auf das Erscheinungsbild gelegt: „Die Gemeinde entscheidet. Die Bedürfnisse der Bevölkerung stehen dabei klar im Vordergrund!“
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