Der Text der steirischen Landeshymne ist zwar nicht in der Verfassung verankert, aber nun im Landessymbolegesetz – so wie die Landesfarben und der Panther.
„Hoch vom Dachstein an, wo der Aar noch haust, bis zum Wendenland am Bett der Sav‘“: So beginnt das Dachsteinlied, die steirische Landeshymne. Ein Text, der manchen nicht behagt, weil die Steiermark seit dem Ende des 1. Weltkrieges, also seit mehr als 100 Jahren, nicht mehr „bis zum Bett der Sav‘“ in der damaligen Untersteiermark reicht. Auch die Text-Fortsetzung „…und vom Alptal an, das die Mürz durchbraust, bis ins Rebenland im Tal der Drav‘“: Die Steiermark reicht auch längst nicht mehr bis zur Drau.
Die verlorene Untersteiermark – zunächst Teil Jugoslawiens, jetzt Teil Sloweniens – beanspruchen die Steirer dieses Gebiet weiter, wenn sie es weiter besingen? Nein, wir beanspruchen es nicht, auch wenn es „ur-steirisch“ ist. So wie Südtirol „ur-tirolerisch“ ist.
Müssen also die Textpassagen aus der Hymne raus? Diese Diskussion ist jahrzehntealt. Aber muss andererseits der Text in die Landesverfassung, wie es die nun regierende FPÖ gemeinsam mit Koalitionspartner ÖVP vorhatte und so für heftige Wellen im Nachbarstaat Slowenien sorgte?
Muss es nicht, geht auch nicht, wenn nicht eine der Oppositionsparteien „mitspielt“ und der FPÖ-ÖVP-Koalition zu einer Verfassungsmehrheit verhilft. Da spielten zuletzt weder SPÖ noch Grüne oder Neos mit.
Der alte Dachsteinlied-Text kann also nicht gesetzlich geschützt werden?
Verfassungsgesetzlich nicht. Gesetzlich aber schon. Und genau das tun Blaue und Schwarze nun. Wie die „Steirerkrone“ am Dienstag als erstes Medium berichtete, wird der – alte - Text des Dachsteinliedes im sogenannten Landessymbolegesetz festgeschrieben. In diesem Gesetz sind bereit das Wappen mit Panther und Herzogshut und die Landesfarben Weiß-Grün sowie das Landessiegel festgehalten.
An Symbolen rüttelt man nicht
Der blau-schwarzen Landesregierung wurde schon mehrfach vorgehalten, sie betreibe lediglich „Symbolpolitik“. In diesem Fall, der Änderung des Landessymbolegesetzes, stimmt es sogar im Wortsinn.
Der Beifall einer Mehrheit der Steirer scheint aber sicher: An solchen Symbolen rüttelt man nicht!
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