03.10.2013 08:48 |

Schwarzmarkt-Portal

US-Justiz gelingt Schlag gegen "eBay für Drogen"

US-Fahndern ist ein Schlag gegen den Drogenhandel im Internet gelungen. Sie nahmen am Dienstag in San Francisco den Betreiber des illegalen Onlineportals Silk Road, Ross William Ulbricht, fest und schalteten die Internetseite ab, wie das Justizministerium am Mittwoch mitteilte. Es seien zudem umgerechnet 3,6 Millionen Dollar (2,6 Millionen Euro) in Form der digitalen Währung Bitcoin sichergestellt worden.

Silk Road, das auch als "eBay für Drogen" bezeichnet wird, sei ein "riesiger Schwarzmarkt" gewesen, auf dem Drogen und andere illegale Produkte und Dienstleistungen verkauft wurden, heißt es in der Klageschrift, die bei einem Bundesgericht in New York eingereicht wurde. Staatsanwalt Preet Bharar sagte, die Seite habe sich zu einem "der ausgereiftesten und größten kriminellen Marktplätze im Internet" entwickelt.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft dem 29-jährigen Gründer der Plattform außerdem vor, im März 2012 den Mord an einem Nutzer in Auftrag gegeben haben, der damit gedroht hatte, die Identität anderer Silk-Road-Kunden aufzudecken. Zudem muss sich Ulbricht wegen Geldwäsche verantworten.

Drogen, Kreditkartendaten, Auftragsmörder
Den Ermittlungen zufolge hatte er die Seite Anfang 2011 eröffnet. Internetnutzer konnten dort unter anderem Kokain, Heroin und LSD sowie Hacker-Software zum Diebstahl von Passwörtern erwerben. Laut der Klageschrift konnten Nutzer über Silk Road auch gestohlene Kreditkartendaten kaufen und Auftragsmörder anheuern. Zudem erhielten sie Tipps, um der Strafverfolgung zu entgehen.

Die Seite wurde durch ein Anonymisierungsnetzwerk geschützt. Kunden mussten für jede Transaktion eine Provision in Höhe von acht bis 15 Prozent entrichten. Insgesamt wurden laut den Ermittlern mehr als 1,2 Milliarden Dollar über die Seite umgesetzt.

Langjährige Ermittlungen
Mehr als 100 Fahnder hatten seit November 2011 verdeckt ermittelt und Drogen bestellt, die anschließend in einem Labor analysiert wurden. Die Rauschmittel erhielten sie von Händlern aus den USA und Kanada, aber auch von Verkäufern aus mehr als zehn europäischen Ländern, darunter die Niederlande, Großbritannien, Spanien und Frankreich. Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte die Seite im Juli nahezu eine Million Nutzer, ein Drittel von ihnen wohnt demnach in den USA.

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