Palästinenser getötet
Erste Anklage gegen Israeli seit Gaza-Krieg
Nach tödlichen Schüssen auf einen palästinensischen Lehrer im Westjordanland steht nun ein israelischer Siedler vor Gericht. In der Anklageschrift werde dem 33-Jährigen fahrlässige Tötung vorgeworfen, berichteten israelische Medien. Bei dem Vorfall in der Nähe von Hebron hat der Angeklagte demnach im Juli vergangenen Jahres während einer Konfrontation mit Bewohnern eines palästinensischen Dorfes in Richtung einer Menschenmenge geschossen.
Von den Schüssen wurde laut Zeugenaussagen ein Englischlehrer, der sich auch gegen Siedlergewalt einsetzte, tödlich getroffen. Die Konfrontation ereignete sich im Dorf Umm al-Chair. Dieses liegt in einem Gebiet des besetzten Westjordanlands, das in dem Oscar-prämierten Film „No Other Land“ zu sehen ist. Der bei dem Vorfall getötete Aktivist, der in den Palästinensergebieten sehr bekannt ist, hatte bei der Produktion des Streifens, der 2025 bei der Oscar-Preisverleihung als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet worden war, mitgewirkt.
Menschenrechtsaktivisten begrüßen Anklage
Vor dem Bezirksgericht in der Wüstenstadt Beerscheva muss sich der Siedler auch wegen bewaffneten unbefugten Betretens eines Grundstücks sowie wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung verantworten. Es kommt vergleichsweise selten vor, dass die israelische Justiz Siedler wegen Gewalttaten gegen Palästinenser strafrechtlich belangt. Menschenrechtsaktivisten begrüßten die Anklage gegen Levi. Laut der NGO B‘Tselem handelt es sich um die erste derartige Anklage wegen der Tötung eines Palästinensers im Westjordanland seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023.
Gewalt eskaliert im Sog des Gaza-Kriegs
Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 Israelis. Seit dem Großangriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kommt es auch im Westjordanland verstärkt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.










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