China reagiert auf die US-Zölle mit Gegenmaßnahmen. Auf alle US-Waren werde nun ab 10. April ein Zoll von 34 Prozent fällig, kündigte das Finanzministerium an. Die Börsen reagierten sofort und deutlich: Der ATX sackte am Freitag so stark ab wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG sprach sogar von einem „Schwarzen Freitag“ an den Märkten: „Die Ankündigung neuer Zölle durch Präsident Trump hat das Marktvertrauen massiv erschüttert“, ist er sicher.
Der österreichische Leitindex ATX sank am Freitag um knapp sechs Prozent auf 3.762,81 Punkte. Das ist der größte Tagesverlust seit den Bankenturbulenzen in den USA und der Credit Suisse im März 2023.
Kursgewinne fast weggeschmolzen
Darüber hinaus büßte der Leitindex auf Wochensicht fast ein Zehntel seines Werts ein. Das ist die schlechteste Wochenbilanz seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine 2022. Ein Großteil der bisherigen Kursgewinne des laufenden Jahres ist bereits weggeschmolzen.
Bankaktien drücken besonders
Im europäischen Umfeld verloren der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 und der deutsche DAX jeweils knapp fünf Prozent. In den USA zeigten die wichtigsten Indizes ebenfalls sehr deutlich nach unten. Vor allem techniklastige und Bankaktien sackten ab. So gaben zum Beispiel die Anteilsscheine von Apple und NVIDIA ordentlich nach.
Bankaktien im ATX schwach
An der Wiener Börse zogen vor allem die im ATX schwer gewichteten Bankaktien Erste Group und BAWAG nach unten – mit Kursverlusten von jeweils rund acht Prozent. Hier belasteten fallende Marktzinsen, da Marktteilnehmer damit rechnen, dass die Notenbanken bei einer schwächelnden Weltwirtschaft mit Zinssenkungen gegensteuern müssen. Dies könnte Druck auf die Zinsmargen ausüben.
China beschwert sich über US-Zölle
Wie das chinesische Ministerium mitteilte, reichte China außerdem Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die massiven US-Importzölle auf chinesische Waren ein. Der Streitbeilegungsmechanismus der internationalen Organisation mit Sitz in Genf ist allerdings seit Jahren blockiert.
US-Zollaufschläge gegen China 54 Prozent
Trump hatte am Mittwochabend neue Zölle gegen China in Höhe von 34 Prozent verhängt, sie sollen am kommenden Mittwoch in Kraft treten. Zusammen mit vorherigen Importgebühren summieren sich die seit Trumps Amtsantritt im Jänner gegen China verhängten Zollaufschläge auf 54 Prozent.
Peking hatte bereits zuvor mit Gegenmaßnahmen auf US-Importaufschläge reagiert und neue Zölle von 10 und 15 Prozent auf eine Reihe landwirtschaftlicher Produkte wie Sojabohnen und Hirse sowie Energieprodukte aus den USA verhängt.
Taiwan stellt Unternehmen Milliarden-Hilfen zur Verfügung
Neben China kündigte auch Taiwan Maßnahmen an. Mit 288 Mrd. Taiwan-Dollar (8 Mrd. Euro) will die Regierung in Taipeh Unternehmen und Industriezweigen unter die Arme greifen, damit sie die Folgen der neuen US-Handelspolitik bewältigen können.
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