Der Goldpreis ist am Freitag erstmals seit Ende Juli wieder unter 4000 US-Dollar (umgerechnet rund 3574 Euro) pro Feinunze (etwa 31,1 Gramm) gesunken. Am Donnerstag war er bereits in einem schwachen Marktumfeld unter Druck geraten. Beobachterinnen und Beobachter verwiesen auf die deutlich gestiegenen Ölpreise.
Diese hätten die Furcht vor Zinserhöhungen geschürt, sagten sie. Hintergrund war ein Angriff der Houthi-Miliz auf das Ölfeld Schaiba des staatlichen Konzerns Saudi Aramco, der Sorgen vor Produktionseinschränkungen weckte. Am Freitag legten die Ölpreise erneut zu. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kostete am Freitag 116,25 US-Dollar (umgerechnet rund 104 Euro). Das sind 2,7 Prozent mehr als am Vortag. Deren aktuell hohes Niveau könnte die Notenbanken zwingen, mit einer strafferen Geldpolitik der Gefahr einer allgemein hohen Teuerung entgegenzuwirken, sagten Analystinnen und Analysten. Höhere Zinsen bremsen üblicherweise die Nachfrage nach Gold, da das Edelmetall – im Gegensatz zu Anleihen – keine Zinsen abwirft.
Die jüngste Goldschwäche deute darauf hin, dass die Anlegerinnen und Anleger ihr Risiko reduzieren wollen würden und anhaltende Inflationssorgen hätten, schrieb Analyst Christopher Wong vom Finanzdienstleister Oversea-Chinese Banking Corporation. Diese würden möglicherweise die Erleichterung durch niedrigere Renditen überwiegen.
„Kein klassischer sicherer Hafen“
Aktuell könne Gold offensichtlich seinem Ruf als klassischer sicherer Hafen nicht gerecht werden, hieß es weiter. Bei Kursverlusten am Aktienmarkt wie zuletzt im Technologiesektor steigt üblicherweise der Liquiditätsbedarf der Anlegerinnen und Anleger – entweder weil sie Bargeld horten wollen oder weil sie Nachschussverpflichtungen ihrer Brokerinnen und Broker bedienen müssen. Letzteres kann der Fall sein, wenn die Anlegerinnen und Anleger auch mit Hebelprodukten und Derivaten auf Aktien handeln oder wenn sie geliehene Aktien in der Hoffnung auf fallende Kurse veräußert haben.
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