Der deutsche Autobauer Volkswagen (VW) will bis 2030 12.000 weitere Arbeitsplätze streichen. Diese kommen zu den bereits angekündigten 35.000 Jobs hinzu. Seit Abschluss des letzten Sparpakets 2024 habe sich die wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtert, sagte Personalchef Arne Meiswinkel am Freitag.
Er hatte sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaft IG Metall und des Betriebsrats getroffen. Die Gespräche sollen am 24. November in Emden beginnen und am 15. Dezember in Zwickau fortgesetzt werden. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Meiswinkel.
Wie berichtet, hatte der Autobauer zehn von zwölf Haupttarifverträgen für die Beschäftigten gekündigt. IG Metall und der Betriebsrat forderten, die Kündigungen zurückzunehmen und drohten mit Streiks, falls VW bei seiner Linie bleibe. Das Management könne sich den 31. Dezember, wenn die Friedenspflicht endet, schon dick im Kalender anstreichen. Meiswinkel sagte, das Ende der Verträge eröffne einen Verhandlungsrahmen, der Einsparungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit eröffne.
Betriebsrat gegen Transfergesellschaft
Die 12.000 Jobs sollen sozialverträglich gestrichen werden. Der Konzern will laut eigener Aussage eine Transfergesellschaft einrichten, in die Beschäftige wechseln könnten, um neue Perspektiven außerhalb von VW auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Der Betriebsrat müsste einer solchen Gesellschaft aber zustimmen, er und die Gewerkschaft lehnten umgehend ab. Man sei gegen eine Sanierung auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, hieß es. Die Aktionärinnen und Aktionäre seien in der Pflicht. Die deutsche Bundesagentur für Arbeit kann mit Transferkurzarbeitergeld einen Beitrag zur Sanierung leisten.
Die Firma erfülle ihre Zusagen zu neuen Produkten für Werke, die vereinbart worden waren, nicht, kritisierte Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Die Arbeitnehmerseite habe mit dem Verzicht von 1,5 Milliarden Euro bereits ihren Beitrag gegen die Krise geleistet. Entwicklungen wie die US-Zölle und die Probleme in China seien bereits vor zwei Jahren absehbar gewesen, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger. „Die Stimmung der Kolleginnen und Kollegen hat den Siedepunkt erreicht. Die Auseinandersetzung könnte größer werden als alles, das dieser Konzern je erlebt hat“, warnte er.
Die Auseinandersetzung könnte größer werden als alles, das dieser Konzern je erlebt hat.
IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger
Der Konzern will bis 2030 weltweit fast 100.000 Stellen streichen. Vier deutsche Werke stehen infrage – neben Emden und Zwickau auch das VW-Werk Hannover und das traditionsreiche Audi-Werk im württembergischen Neckarsulm.
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