„Sehr gut“, „sehr gelöst“, „sehr gute Stimmung“ – so äußerten sich Mitglieder der neuen Regierung nach der ersten Ministerratssitzung am Mittwoch gegenüber Ö1. Da war noch mehr zu hören. „Spannend“, „ein gutes Erlebnis“, „sehr konsensorientiert“, auch „besonders“ und „großartig“.
Spannend! Denn nach dem Platzen der türkis-rot-pinken Koalitionsverhandlungen Anfang Jänner hatten die Vertreter der drei Parteien, die nun doch noch zueinandergefunden haben, keine freundlichen Worte gefunden.
Jetzt bemüht man sich mit aller Kraft, Gemeinsamkeit zur Schau zu tragen. Und auch Aktivität: Erste Beschlüsse fallen schneller als erwartet. Der Mietpreisdeckel kommt früher und weitreichender, den Rauchern greift man früher und tiefer in die Tasche, auch bei der Abschaffung des Klimabonus gibt die Koalition mächtig Gas.
All das in Harmonie – obwohl manche dieser Maßnahmen ein tiefblaues Mascherl tragen, weil sie zu Beginn der schließlich gescheiterten Verhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP ausgekocht worden waren.
Applaus von blauer Seite darf sich Türkis-Rot-Pink deshalb noch lange nicht erwarten. Natürlich zog Doch-nicht-Kanzler Kickl bei seiner Aschermittwochrede gegen die neue Koalition massiv vom Leder.
Kaum überraschend auch, dass SPÖ-internes Störfeuer aus dem Burgenland kommen würde. Was überraschend wäre: Wenn diese „großartige“ Harmonie innerhalb der Regierung nicht bald tiefe Risse bekäme.
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