Litauens Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius hat Russland einen versuchten Brandanschlag auf eine Starlink-Lagerfirma vorgeworfen. Es sei offensichtlich, dass es sich um einen versuchten Sabotageakt handle und Teil des hybriden Krieges Russlands sei, sagte er. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Sonntag.
Laut Sinkevičius versuchten Unbekannte, eine litauische Firma in Brand zu setzen, in der Ausrüstung für Anlagen des Satellitendienstes Starlink gelagert wird. Der Anschlag sei gescheitert, weil die Behörden das Unternehmen rechtzeitig gewarnt hätten und daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden seien. Der betroffene Betrieb stellt den Anschluss von neun Starlink-Antennen sicher, die von der Ukraine genutzt werden.
„Gegen 2.00 Uhr wurde versucht, Satellitenantennen und eine Steuereinheit in Brand zu setzen. Es wurden Brandflüssigkeiten sowie Behälter mit einem Fassungsvermögen von drei bis zehn Litern gefunden“, sagte Sinkevičius. Er berief für Montag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein. „Wir werden mehr darüber erfahren, wer den Befehl gegeben hat, wie alles ablief und wer ihn erteilt hat. Es ist wahrscheinlich, dass bereits bekannt ist, wer den Auftrag erteilt hat – es ist die russische Seite“, meinte der litauische Regierungschef weiter.
Hier sehen Sie das Posting zum versuchten Brandanschlag:
Verteidigungsminister Robertas Kaunas bestätigte die Informationen, sagte aber, noch keine Einzelheiten nennen zu können. Der Vorfall sei jedenfalls unter Kontrolle und werde untersucht. Zuletzt waren Anlagen des Satellitendiensts Starlink immer wieder zu Zielen von Saboteurinnen und Saboteuren geworden. So sollen Antennen in Bulgarien vorsätzlich in Brand gesetzt worden sein, auch aus Polen wurde ein Feuer an einer Bodenstation gemeldet.
Ukraine bekommt wieder Geheimdienstdaten aus den USA
Die ukrainische Regierung hat dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX kürzlich vorgeworfen, die Nutzung von Starlink eingeschränkt zu haben. Damit sei die eigene Drohnenabwehr sowie die Luftverteidigung geschwächt worden. Das Netz ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der Verteidigung des Landes im Krieg gegen Russland.
Am Sonntag sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schließlich, dass die USA inzwischen wieder wichtige Geheimdienstinformationen liefern würden, um russische Raketen abzuwehren. „Wir sind dafür sehr dankbar. Jetzt funktioniert es“, sagte Selenskyj. Die Ukraine ist auf die US-Informationen angewiesen, um die schnell fliegenden ballistischen Raketen zu orten, die Russland in Wellen auf ihre Städte abfeuert. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche erklärt, Washington teile weiterhin Geheimdienstinformationen. Zuvor hatten ukrainische Vertreterinnen und Vertreter gesagt, dass einige russische Angriffe ohne Vorwarnung erfolgt seien.
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