Ein wohl ungeschickter Schritt hätte einen kleinen Igel in der Stadt Salzburg fast das Leben gekostet. Das stachelige Jungtier war bei einer Tiergarage in einen Schacht gefallen und konnte sich alleine nicht mehr befreien. Eine Pensionistin erkannte die Lage – und rief die Tierrettung.
„Der kleine Igel war unverletzt, aber recht hungrig. Wir vermuten, dass er mindestens zwei Tage festgesteckt ist“, erzählt Leonie Michelle Ehrschwendtner, Einsatzleiterin bei der Österreichischen Tierrettung. Um das stachelige Säugetier zu befreien, mussten sie und zwei ihrer Kollegen eine Abdeckung in einer Tiefgarage abschrauben.
Im Anschluss ging es für das kleine Jungtier zur Igelhilfe Österreich nach Mondsee. „Er war mit weniger als einem halben Kilo an Gewicht noch zu klein, um den Winter alleine überstehen zu können“, so Ehrschwendtner. Heuer falle besonders auf, dass die Nahrung in der Natur knapp ist. „Insekten und Regenwürmer werden weniger. Das hängt mit der Trockenheit und dem häufigen Einsatz an Pestiziden in privaten Gärten zusammen.“
„Igel mögen Eierspeise“
Wer einen kleinen Igel findet, kann diesen in einen Karton setzen. Ideal ist es, diese Schachtel mit etwas Zeitungspapier oder Laub auszupolstern. Junge Igel brauchen Wärme, aber keine Hitze. Eine lauwarme Wärmflasche sei ideal, so die Einsatzleiterin. Und: Füttern ist möglich. „Igel mögen etwa eine ungewürzte Eierspeise. Aber auch einen Löffel Katzenfutter mit viel Fleischanteil kann man anbieten.“
Wenn ein Igel sehr schwach oder offensichtlich verletzt ist, sollte die Tierrettung gleich gerufen werden. Wenn das Tier nur zu leicht ist, aber ansonsten fit wirkt, kann es etwa über Nacht problemlos im Karton bleiben und sollte dann zu Profis gebracht werden, wie die Tierretterin weiß.
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