Niederösterreich steuert spannenden Polit-Zeiten entgegen. Denn in einer aktuellen Umfrage verschieben sich die Mehrheitsverhältnisse so sehr, dass sich erstmals in der Geschichte auch eine blau-rote Mehrheit im Landtag ausgehen würde.
In der aktuellen Sonntagsfrage liegt die ÖVP mit 35 Prozent (minus fünf Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2023!) weiter vor der FPÖ, die auf 27 Prozent zulegt (plus drei Punkte zum Vorjahr).
Die SPÖ erreicht 22 Prozent (plus 1), die NEOS und die Grünen liegen mit je sieben Prozent gleichauf, (Grüne minus 1, NEOS gleich), andere bei zwei Prozent.
Erstmals Mehrheit gegen die ÖVP in Niederösterreich
„Erstmals gibt es – nicht nur in der Landesregierung, sondern auch im Landtag – eine FPÖ-SPÖ-Mehrheit beziehungsweise eine Mehrheit gegen die ÖVP. Natürlich sind es Warnsignale, die die gesamte niederösterreichische Volkspartei jetzt in ihre Überlegungen miteinbeziehen sollte“, betont Meinungsforscher und Politik-Insider Christoph Haselmayer gegenüber der „Krone“.
Natürlich sind es Warnsignale, die die gesamte niederösterreichische Volkspartei jetzt in ihre Überlegungen miteinbeziehen sollte.

Meinungsforscher und Politik-Insider Christoph Haselmayer
Bild: krone.tv
ÖVP seit 2018 im Sinkflug
Die ÖVP befindet sich im größten Bundesland also weiter im Sinkflug. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2018 holte sich die Volkspartei mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner noch die absolute Mandatsmehrheit, 2023 erfolgte dann der Absturz auf 39,9 Prozent. Doch auch von diesem Wert haben sich die Schwarzen mittlerweile entfernt, während der Koalitionspartner FPÖ in der Wählergunst weiter zulegen kann.
Vertrauensindex: Mikl-Leitner nur mehr auf Platz 2
Auch wenn die ÖVP weiterhin auf Platz eins liegt, der Druck auf Mikl-Leitner steigt zusehends, zumal die 60-Jährige auch im jüngst veröffentlichten APA-OGM-Vertrauensindex für Niederösterreich nur noch auf Platz zwei liegt. Nicht verwunderlich, dass sie in letzter Zeit den Verhandlern in Wien bezüglich „Zuckerl“-Koalition immer wieder die Rute ins Fenster stellt.
Nächster Stimmungstest: Gemeinderatswahlen Ende Jänner
Die nächste große Bewährungsprobe für die ÖVP Niederösterreich findet bereits am 26. Jänner 2025 bei den Gemeinderatswahlen statt. Dort gilt es, 52,69 Prozent beziehungsweise 448 schwarze Bürgermeistersessel zu verteidigen.
Die Angst ist groß, dass die FPÖ ihren derzeitigen Erfolgslauf (Nationalratswahl, Vorarlberg, Steiermark) fortsetzt und auch auf kommunaler Ebene im großen Stil abräumt. Polit-Insidern zufolge rechnet man innerhalb der Volkspartei mit einem Verlust von rund 600 Mandaten (derzeit hält sie gemeinsam mit ÖVP-nahen Listen bei 7000). Als einzige Partei ist die ÖVP in allen 568 Gemeinden am Start.
Eine Trendwende bei allen Wahl- und Umfrage-Ergebnissen der Volkspartei schaffen wir nur mit einer Bundespolitik, die im Kampf für den Wohlstand unserer Landsleute, für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und gegen den radikalen Islam liefert.
Matthias Zauner, Landesgeschäftsführer der Volkspartei
ÖVP NÖ gelassen: „Unangefochten die Nummer eins!“
Innerhalb der Volkspartei schrillen (vorerst) noch keine Alarmglocken. „In politisch äußerst schwierigen Zeiten, in denen eine Negativschlagzeile die nächste jagt, belegt die aktuelle Umfrage: Die Volkspartei Niederösterreich bleibt unangefochten die Nummer Eins“, gibt sich ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner gelassen.
Die aktuelle Umfrage bestärke die Volkspartei viel mehr, „weiterhin mit klarer Kante für die Interessen unserer Landsleute zu kämpfen“.
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