Vorstöße an der Front

Russland meldet die Einnahme von 19 Ortschaften

Außenpolitik
15.08.2026 22:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Verteidigungsministerium in Moskau hat mitgeteilt, 19 Ortschaften in der Südostukraine erobert zu haben. Der Kreml berief sich auf einen Bericht des Kommandanten der östlichen Truppengruppe. Insgesamt haben sich die russischen Vorstöße in diesem Jahr verlangsamt.

Die neu eingenommenen Ortschaften liegen laut den Angaben in den südostukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja. Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, dass Rybalskoje darunter sei. Wie berichtet, hat das russische Heer seit Jahresbeginn 2026 mehr als 700 Quadratkilometer in der Ukraine erobert. Laut ukrainischen Angaben wurden aber auch 745 Quadratkilometer wieder zurückerobert.

Das russische Militär hat zuletzt seine Raketenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte intensiviert. Auf der anderen Seite hat die ukrainische Armee ihre Gegenangriffe im Hinterland vor allem mit Drohnen ausgeweitet. Zuletzt wurde etwa das Raketen- und Raumfahrtzentrum im russischen Samara angegriffen. Die Streitkräfte hätten auch den Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt für russische Kampfflugzeuge, beschossen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag auf Telegram mit. Auf dem Flugplatz seien Maschine stationiert, die für Attacken auf die Ukraine eingesetzt würden.

Die Ukraine und Russland attackieren sich derzeit vor allem im Hinterland (im Bild: russischer ...
Die Ukraine und Russland attackieren sich derzeit vor allem im Hinterland (im Bild: russischer Drohnenangriff auf Saporischschja).(Bild: AP/Francisco Seco)
Bewohner in Kramatorsk
Bewohner in Kramatorsk(Bild: EPA/TOMMASO FUMAGALLI)

Selenskyj: „Frieden ist nötig“
„Es ist wichtig, dass das russische Kriegspotenzial verringert wird. Frieden ist nötig, und das muss in Russland spürbar sein – durch konkreten Schaden an bestimmten Einrichtungen“, schrieb Selenskyj. Die angegriffene Stadt Samara entwickelte sich vor allem in der Sowjetzeit zu einem Kernstandort für die Produktion von Trägerraketen, Satelliten und Raumfahrttechnik.

Um sich vor russischen Angriffen zu schützen, bräuchte die Ukraine fünf Prozent der US-Bestände an Abwehrraketen für das System Patriot, hat Selenskyj kürzlich gesagt. „Wenn die Amerikaner uns fünf Prozent verkaufen – PAC-3-Abfangraketen, nichts anderes -, werden wir den Winter überstehen und Menschenleben retten. Wenn sie uns zehn Prozent verkaufen können, werden wir alle ballistischen Raketen der Russen zerstören“, sagte der Präsident. Russland habe seine Produktion an ballistischen Raketen hochgefahren und nutze die Schwäche der Ukraine bei der Luftverteidigung aus.

Patriot-Bestände in den USA gingen zurück
Selenskyj hatte nach seinem Besuch bei US-Präsident Donald Trump Ende Juli die Hoffnung geäußert, eine Lizenz zur Produktion der Patriot-Raketen in der Ukraine zu bekommen. Trump sagte jedoch, es sei eine schwierige Entscheidung, eine solche Technologie aus der Hand zu geben. Die Bestände der USA sind durch den Krieg im Iran deutlich zurückgegangen. Fachleute des Zentrums für strategische und internationale Studien CSIS (Center for Strategic & International Studies) gingen Ende Juli davon aus, dass die USA noch 800 Abwehrraketen auf Lager haben. Demnach seien es vor dem Iran-Krieg noch rund 3100 gewesen. 600 Abwehrraketen soll die Ukraine erhalten haben.

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