Lawrow in Interview:

„Wir werden jedes Mittel zur Verteidigung nutzen“

Ausland
06.12.2024 07:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der umstrittene rechte US-Nachrichtenmoderator Tucker Carlson hat sich zum wiederholten Male nach Moskau begeben, um die „russische Sichtweise“ auf den Konflikt Russlands mit der Ukraine und dem Westen zu ergründen. Zu diesem Zweck interviewte er diesmal Außenminister Sergej Lawrow. Der russische Minister betonte, sein Land wolle „jedes Missverständnis“ mit den USA vermeiden. Dennoch werde es „jedes Mittel“ zur Verteidigung einsetzen.

Die USA und ihre Verbündeten „müssen verstehen, dass wir bereit wären, jedes Mittel zu nutzen, um ihnen nicht zu ermöglichen, das zu erreichen, was sie als strategische Niederlage Russlands bezeichnen“, sagte Lawrow in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit Carlson (siehe Video unten).

Er hoffe, dass die westlichen Länder Moskaus kürzliche Nutzung einer neuartigen Rakete in der Ukraine ernst genommen hätten, fuhr Lawrow fort: „Wir senden Signale, und wir hoffen, dass das letzte, vor ein paar Wochen, das Signal mit dem neuen Waffensystem namens Oreschnik, (...) ernst genommen wurde“.

„Werden weitere Botschaften schicken“
Russland hatte vor zwei Wochen seine neue Hyperschallrakete „Oreschnik“ auf die ukrainische Stadt Dnipro abgefeuert. Kremlchef Wladimir Putin drohte damit, die Waffe als Antwort auf die ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium auf die ukrainische Hauptstadt Kiew zu schießen. Lawrow betonte nun, dass Moskau „weitere Botschaften senden“ werde, „wenn sie nicht die notwendigen Schlussfolgerungen“ ziehen.

Laut Kreml-Chef Wladimir Putin kann die neue Hyperschall-Mittelstreckenrakete nicht abgefangen ...
Laut Kreml-Chef Wladimir Putin kann die neue Hyperschall-Mittelstreckenrakete nicht abgefangen werden.(Bild: Krone KREATIV/Kreml/AFP, Vyacheslav PROKOFYEV)

Putin hatte erklärt, dass die „Oreschnik“-Rakete mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit fliege und nicht abgefangen werden könne. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als „jüngsten Ausbruch russischen Wahnsinns“ und forderte angepasste Luftverteidigungssysteme, um der Bedrohung zu begegnen.

Unkritisches Interview mit Putin
Bei seinem letzten Besuch in Moskau führte Carlson ein Gespräch mit Putin. Darin wurden aber kaum harte Fragen gestellt. Der Moderator hörte dem Präsidenten über lange Strecken bei seinen Ausführungen und seiner Begründung für den Angriff auf die Ukraine zu.

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