Die Wiener Grünen stellten jetzt die Weichen für die Wien-Wahl 2025: Parteichefin Judith Pühringer (48) wird Spitzenkandidatin und will wieder mitregieren. Dazu übt sie gleich einmal heftige Kritik an der Regierungspartei SPÖ
Die Wien-Wahl im Herbst 2025 rückt langsam aber doch näher. Bei den Grünen wurden am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erste Weichen dafür gestellt. Mit den Worten „Ich bin bereit, ich gehe es an“ verkündete Landeschefin Judith Pühringer (48), dass sie die Spitzenkandidatin für die Wahlauseinandersetzung sein wird. Flankiert von Co-Parteichef Peter Kraus, der auf Platz 2 kandidiert.
Die Gründe für die Entscheidung? „Ich liebe Wien, aber ich mache mir Sorgen. Genau so wie viele andere Wiener auch, die deshalb in der Nacht sogar aufwachen“, so Pühringer. Schuld daran wären die Teuerung, hohe Mieten, Wohnungsnot und die Gesundheits- und Klimakrise. Probleme gebe es auch in den Bereichen Wohnen, Klima oder Verkehr. Im Bildungsbereich ortet sie gar ein „Systemversagen“. Der Dauerbrenner Migration wird von der einstigen Polit-Quereinsteigerin erst ganz zum Schluss erwähnt.
„Ich will das Leben leichter und die Stadt grüner machen.“
Pühringer träumt weiter: „Ich kenne Wien sehr gut, ich bin hier geboren und aufgewachsen, kenne die Menschen und ihre Sorgen. Ich will das Leben leichter und die Stadt grüner machen.“ Dafür sollen 100.000 neue Bäume gepflanzt werden – unter anderem am Gürtel oder auf der 2er-Linie. Auch eine Leerstandsabgabe und eine Sanierungsoffensive im Gemeindebau fordert die zweifache Mutter.
Der SPÖ werden im Vorfeld einige Unfreundlichkeiten ausgerichtet – Selbstgefällig, visionslos und träge sei die Rathauspartei geworden. Das Erbe vom „Roten Wien“ werde von ihr gerade verspielt. Bietet man sich so als potenzieller Koalitionspartner an?
Knapp 15 Prozent: Die Latte liegt hoch
Bei der letzten Wien-Wahl 2020 erreichten die Grünen mit 14,8 Prozent ihr bisher bestes Resultat. Deutlich ernüchternder ist die jüngste Nationalratswahl in Wien verlaufen. Die Ökopartei büßte 8,4 Prozentpunkte ein und landete mit 12,3 Prozent nur mehr auf dem vierten Platz.
Als vermutlich einzige Frau neben den anderen Spitzenkandidaten der Parteien hätte Pühringer ein Alleinstellungsmerkmal. Die Ökopartei behält die Doppelspitze übrigens. Sie und Kraus sind noch bis 2026 gewählt.
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