DSL-Drosselung

Telekom-Chef verteidigt geplante Tempo-Bremse

Web
29.04.2013 09:58
Nach heftiger Kritik an den geplanten Daten-Obergrenzen im Festnetz der Deutschen Telekom hat Konzernchef René Obermann die Pläne in einem offenen Brief verteidigt. "Die Alternative wäre eine Preiserhöhung für alle Kunden, die in unseren Augen weder klug noch gerecht wäre", argumentierte Obermann in dem Schreiben an Deutschlands Wirtschaftsminister Philipp Rösler und verwies auf den Anstieg der Datenmengen und die Milliardeninvestitionen, die die Telekom für den Ausbau der Netze tätigen müsse.

Die Deutsche Telekom will auch bei Internetpauschaltarifen im Festnetz Obergrenzen für das Datenvolumen einführen, ab denen das Tempo drastisch gedrosselt wird. Wer weiter schnell im Internet surfen will, muss sich dann ein weiteres Datenkontingent dazu buchen. Die neue Regelung soll ab dem 2. Mai in neuen Verträgen festgeschrieben werden. Tatsächlich greifen soll die Tempo-Bremse nach bisherigen Angaben jedoch nicht vor 2016. 

Von der vorgesehenen Preisänderung betroffen sein sollen nach heutigem Stand nur zirka drei Prozent der Kunden. "Diese drei Prozent nutzen in unserem Netz zehn bis 20 Mal größere Datenmengen als ein durchschnittlicher Kunde, der ca. 15 bis 20 Gigabyte pro Monat verbraucht", so Obermann in dem am Sonntag im Internet veröffentlichten Brief an Wirtschaftsminister Rösler.

Obermann wies zugleich den Vorwurf zurück, die Deutsche Telekom verstoße mit dem Plan gegen die Netzneutralität. "Wie Sie, wollen auch wir das freie und offene Internet", hieß es. Die Internetdienste der Telekom wie Videoload.de, Telekom-Cloud und andere würden daher ebenso in das individuell verfügbare Volumen eingerechnet wie die Dienste von Wettbewerbern, wie beispielsweise Google oder Amazon. 

Die Argumentation, dass die eigene Fernsehplattform "Entertain" bevorzugt behandelt werde, stimme ebenfalls nicht. "Entertain" nutze zwar IP-Technologie, sei aber kein typischer Internetdienst, "sondern eine von den deutschen Landesmedienanstalten durchregulierte separate Fernseh- und Medienplattform, für die unsere Kunden ein entsprechendes Zusatzentgelt bezahlen".

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