Bein gebrochen

Mann ließ verletzte Ehefrau 2 Tage in Badezimmer liegen

Österreich
02.04.2013 08:34
In dieser Beziehung dürfte wohl schon lange der Hass Regie geführt haben. Anders ist das Verhalten eines 78-jährigen Deutschen im Tiroler Zillertal wohl nicht zu erklären. Erst stieß der Mann seine gleichaltrige Gattin, die dadurch stürzte und einen Oberschenkelhalsbruch erlitt. Doch anstatt ihr zu helfen und die Rettung zu alarmieren, zog er die Verletzte ins Bad und ließ sie dort fast zwei Tage liegen. Er lebte daneben sein Leben weiter.

Der unfassbare Vorfall, der sich bereits am Nachmittag des 15. Februar ereignet hatte, wäre wohl nie an die Öffentlichkeit gelangt, wenn nicht die Tochter bei der Polizei nachgefragt hätte. Ende Februar wollte die Dame wissen, ob es in Zusammenhang mit dem Unfall ihrer Mutter einen Akt gäbe. Denn die 78-Jährige hatte ihrer Tochter erzählt, sie sei von ihrem Mann geschubst worden und deswegen zu Sturz gekommen.

Zeitaufwendige Ermittlungen
"Wir wussten von dem Fall noch gar nichts, begannen dann aber sofort mit den Ermittlungen", erklärt Toni Stock, Chef der PI Zell. Die Nachforschungen gestalteten sich zeitaufwendig, da erst geklärt werden musste, wer damals die Rettung verständigt hatte. Nun liegen die Fakten jedoch auf dem Tisch, und die lassen selbst die erfahrendsten Ermittler nicht kalt... 

So dürfte sich der Nachmittag des 15. Februar abgespielt haben: Nach einem Streit schubst der 78-Jährige seine Gattin, die dadurch zu Sturz kommt. Die leicht demente Frau zieht sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zu und dürfte enorme Schmerzen gehabt haben. Doch das kümmerte den Gatten offenbar wenig. Er setzte die Frau auf einen Stuhl und zog sie ins Badezimmer. "Ob sie dann selbst vom Stuhl fiel oder ob er sie noch einmal schubste, ist unklar", erklärt Stock.

"Meiner Frau geht's nicht gut"
Erst am Sonntag, zwei Tage nach dem Vorfall, alarmierte der Ehemann endlich die Rettung. "Meiner Frau geht's nicht gut", sagte er zum Disponenten der Leitstelle. Über die Gründe für das herzlose Verhalten herrscht Rätselraten, der Betroffene konnte sein Vorgehen den Beamten nicht erklären. Dem 78-Jährigen droht nun ein Verfahren wegen schwerer Körperverletzung und im Stichlassen einer Verletzten.

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