Große Ähnlichkeit

Reste von Ur-Panda in Deutschland entdeckt

Wissen
29.09.2024 14:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

In der Tongrube „Hammerschmiede“ im deutschen Allgäu haben Forschende Überreste eines Ur-Verwandten des heutigen Pandas entdeckt. Die einzige bisher dort gefundene Bärenart mit dem Namen Kretzoiarctos beatrix wird als ältester Verwandter des modernen Großen Pandas (Ailuropoda melanoleuca) angesehen. 

Denn Form und Gestalt seiner Zähne weisen Ähnlichkeiten mit denen des chinesischen Bären auf. Dieser ernährt sich bekanntermaßen ausschließlich von Bambus.

Ur-Panda ernährte sich von Mischkost
Die Ernährung des Ur-Pandas glich dagegen eher der pflanzlich-tierischen Mischkost heutiger Braunbären. Das berichtet ein internationales Forschungsteam aus Hamburg, Frankfurt, Madrid und Valencia unter der Leitung von Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen im Fachblatt „Papers in Paleontology“.

Der Ur-Panda war kleiner als moderne Braunbären, wog aber mehr als 100 Kilogramm. „Die heutigen Großen Pandas gehören in der zoologischen Systematik zu den Fleischfressern. Tatsächlich ernähren sie sich aber ausschließlich von Pflanzen. Sie haben sich auf harte pflanzliche Nahrung, insbesondere Bambus spezialisiert“, berichtet Erstautor Nikolaos Kargopoulos.

Die Ernährung des Bären aus der Grube in Pforzen (Landkreis Ostallgäu) enthielt sowohl pflanzliche als auch tierische Bestandteile. „Diese Ergebnisse sind wichtig für unser Verständnis der Evolution von Bären und der Entwicklung des Veganismus bei den Großen Pandas“, sagt Böhme. „Kretzoiarctos beatrix, die ältesten Großen Pandas, waren demnach Generalisten. Eine Spezialisierung in der Ernährung der Pandas erfolgte erst spät in ihrer Evolution.“

27 weitere Raubtierarten gefunden
Neben dem Panda wurden in der Grube weitere 27 Raubtierarten gefunden, berichten die Forscher im Fachblatt „Geobios“. „Es gibt wohl auch kaum einen modernen Lebensraum mit ähnlich vielen Arten“, sagt Böhme. Diese Vielfalt zeige, dass das Ökosystem sehr gut funktioniert haben müsse. Es gebe sogar Arten, die nebeneinander her bestanden, obwohl sie sehr ähnliche Nischen besetzt hätten, so die Forscherin. Ur-Panda-Überreste wurden zuvor schon unter anderem in Spanien entdeckt.

Wissenschafterinnen und Wissenschafter forschen in dem schwäbischen Ort bereits seit 2011. Dabei wurden Tausende Überreste von Fossilien und Dutzende Pflanzenarten gefunden. Herausragend war der Fund von fossilen Resten des Menschenaffen „Udo“ (Danuvius guggenmosi), der Annahmen zur Entwicklung des aufrechten Gangs infrage gestellt hatte.

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