Die Lawog bleibt auf Wachstumskurs – doch die Richtung im Wohnbau verändert sich spürbar. Zwar meldete die Linzer Genossenschaft beim traditionellen Pressefrühstück erneut ein Rekord-Bauvolumen von fast 134 Millionen Euro, gleichzeitig wurde aber deutlich: Der Neubau dürfte in den kommenden Jahren zurückgehen, während Sanierungen und Modernisierungen immer stärker in den Mittelpunkt rücken.
2025 übergab die Lawog 180 Mietwohnungen, dazu mehrere Betreuungsbauten – darunter – wie berichtet – ein Pflegezentrum in Traun mit 125 Betten. Aktuell befinden sich 226 Wohnungen in Bau, weitere 508 in Vorbereitung. Dennoch sieht Vorstandsdirektor Frank Schneider eine Trendwende kommen: „Es wird immer Neubau geben müssen. Aber wir glauben, dass die Sanierung und Großinstandsetzung unserer Bestände künftig deutlich wichtiger werden.“
Sanierung auf 17.700 Quadratmeter
Tatsächlich investiert die Lawog bereits massiv in den Bestand. Im vergangenen Jahr wurden 541 Wohnungen thermisch saniert, bei 23 Objekten Heizsysteme von Öl oder Gas auf Pellets- beziehungsweise Fernwärme umgestellt. Allein dadurch konnten laut Unternehmen jährlich rund 265 Tonnen CO₂ eingespart werden. Heuer läuft das Sanierungsprogramm weiter – inklusive Fassadenerneuerungen und Fenstertausch bei Wohnanlagen mit insgesamt 17.700 Quadratmetern Nutzfläche.
„Goldgräberstimmung nicht zurückgekehrt“
Ein Grund für die stärkere Fokussierung auf Sanierungen: Neubauten werden zunehmend schwieriger finanzierbar. Vor allem beim Eigentum sieht die Lawog weiterhin keine echte Entspannung. Zwar wird in Leonding wieder ein Eigentumsprojekt umgesetzt, von einer Rückkehr des Boom-Marktes könne aber keine Rede sein. „Die Goldgräberstimmung ist nicht zurückgekehrt“, sagte Schneider. Kostendeckende Eigentumswohnungen lägen mittlerweile bei rund 6000 Euro pro Quadratmeter – selbst im gemeinnützigen Bereich.
„Traum vom Eigentum wird in Mietwohnung geträumt“
Die Folge: Viele bleiben länger in ihren Mietwohnungen. Die Fluktuation sank erneut, die Wechselquote liegt nur mehr bei 8,5 Prozent. Laut LAWOG sei das auch ein Spiegelbild des Marktes: Eigentum sei für viele schlicht nicht mehr leistbar. „Der Traum vom Eigentum wird in der Mietwohnung geträumt“, formulierte es Vorstand Christoph Khinast.
Oberösterreichs größter Immobilienverwalter
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blickt die Genossenschaft wirtschaftlich stabil auf das vergangene Jahr zurück. Die Bilanzsumme stieg auf 854 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt mittlerweile bei knapp 31 Prozent. Gleichzeitig expandiert die Lawog weiter: Mit der Übernahme von 80 Prozent der Arev Immobilien GmbH entsteht laut Unternehmen Oberösterreichs größter Immobilienverwalter mit mehr als 65.000 Verwaltungseinheiten.
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