Jener 14-jährige Steirer, der vor zwei Wochen seinen ältesten Bruder mit einer Wikinger-Axt erschlagen hat, behauptet nun, eine „böse Stimme“ in seinem Kopf hätte ihn zu der Tat gezwungen. „Seit vielen Jahren schon weiß ich“, sagt der Bursch auch, „dass etwas Unheimliches in mir ist.“
Irgendwie scheint er nicht hineinzupassen in diese „andere Welt“ im Gefängnis. Er – Gerhard H. (Name geändert). Ein 14-Jähriger. Der sich extrem angepasst verhält; höflich, ruhig. Der in seinem Äußeren beinahe kindlich wirkt; mit seinem adretten Haarschnitt und seinen zarten Gesichtszügen. Und nein, niemand aus seinem Umfeld hätte dem jungen Steirer – bis vor Kurzem – Böses zugetraut.
Als ein braver, vielleicht ein wenig stiller Schüler hatte er immer gegolten; als ein Bub, der sich stets an Regeln hielt, in seiner Freizeit harmlose Dinge unternahm, manchmal mit seiner Clique Fast-Food-Restaurants besuchte. Und sonst meist daheim war. In einem gepflegten Häuschen in Kindberg.
Genau dort hat er am 16. September eine Wahnsinnstat begangen; seinen ältesten Bruder – Florian (Name geändert), einen Schichtarbeiter – getötet, durch 17 Hiebe mit einer Wikinger-Axt. Ein „dummer, eigentlich sinnloser Streit“ über die Verteilung diverser Hausarbeiten sei eskaliert – erklärte der Bursch zunächst in Verhören. Über die angeblich „wahren Gründe“ für sein Verbrechen an dem 36-Jährigen begann er allerdings erst vor einigen Tagen zu sprechen ...
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