Di, 26. März 2019
06.03.2013 18:00

Cocktailparty-Lärm

Studie: Gehirn kann andere Sprecher ausblenden

US-Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, wie das menschliche Gehirn das sogenannte "Cocktailparty-Problem" löst. Wenn sich viele Menschen auf engem Raum unterhalten, könne das Gehirn sämtliche uninteressanten Sprecher ausblenden, indem es die Hirnaktivität auf einen ausgewählten Gesprächspartner fokussiere, berichten die Forscher.

Für ihre Studie, die jetzt im Fachjournal "Neuron" veröffentlicht worden ist, spielten die Forscher Epilepsie-Patienten gesprochene Sätze vor und maßen dabei deren Hirnströme. So konnte die ausgewählte Rede in jenen Hirnregionen, die komplexe Prozesse wie Sprache und Aufmerksamkeit steuern, deutlich nachgewiesen werden. Die Geräuschimpulse sämtlicher anderer Sprecher hinterließen hingegen keine Spuren. Im auditiven Cortex (Hörzentrum), einem Bereich der Großhirnrinde, der der Bewusstwerdung und Verarbeitung von akustischen Reizen dient, waren hingegen noch sämtliche Geräuschimpulse auszumachen.

"Wir haben keine Möglichkeit, unsere Ohren zu verschließen. Sämtliche Geräusche werden im Gehirn dargestellt – zumindest als Sinnesreiz", erklärte Charles Schroeder von der Columbia-Universität in New York, einer der Autoren der Studie. "Es gibt allerdings Hirnbereiche, in denen lediglich ausgewählte Gesprächssegmente abgebildet werden – ignorierte Unterhaltungen werden offensichtlich ausgeblendet." Mit dem Ergebnis, dass man andere Sprecher kaum bis überhaupt nicht wahrnimmt, wenn man sich auf einen einzelnen konzentriert.

Hirnaktivitäten mittels Elektroden gemessen
Für die Studie nutzten die Forscher Hirnstromaufzeichnungen von sechs Epilepsie-Patienten über den Zeitraum von einer bis zu vier Wochen. Die Gehirnaktivitäten der Teilnehmer im Alter von 21 bis 45 Jahren wurden ohnehin mithilfe von Elektroden protokolliert – hauptsächlich, um die für ihre epileptischen Anfälle verantwortlichen Hirnbereiche zu lokalisieren.

Die beteiligten Forscher der Columbia-Universität, der Universität von Maryland und dem Long Island Jewish Medical Center hoffen, dass ihre Ergebnisse vor allem Menschen mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS oder Autismus vonnutzen sein können.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
EM-Qualifikation
Portugal nur 1:1 ++Sorge um verletzten Ronaldo
Fußball International
Spiel lange offen
Österreichs U21 unterliegt Spanien in EM-Test 0:3!
Fußball International
Mächtiger Seitenhieb
Klinsmann: „Herzog der Richtige“ für den ÖFB!
Fußball International
Nach 2:4 in Israel
Foda will nach Schockpleite erst mal Ruhe bewahren
Fußball International
Vorfall veröffentlicht
Berufsfahrer als „Fluchthelfer“ missbraucht
Oberösterreich
„Bis zum Rücken“
„Oranje“-Coach Koeman reißt gegen DFB-Elf die Hose
Fußball International