Spät, aber doch, wurde im Nationalrat am Mittwoch auch noch ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Entlastung der Lehrer beschlossen. Das Paket soll laut Angaben des ÖVP-Bildungsministers Martin Polaschek „neben zahlreichen dienstrechtlichen Verbesserungen für Lehrkräfte auch die Einführung der neuen Funktion einer pädagogisch-administrativen Fachkraft im Pflichtschulbereich“ enthalten.
Schulleitungen an Pflichtschulen sollen damit künftig – ähnlich wie an den Bundesschulen bisher - eine wichtige pädagogisch-administrative Entlastung im Schulalltag erhalten.
Die neue Dienstrechtsnovelle bringt endlich die von uns ausgearbeiteten Maßnahmen für mehr pädagogisch-administrative Fachkräfte in den Schulen, eine weitere Stärkung des Kinderschutzes und Entlastungen für Schule und Lehrkräfte.
Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP)
Neue Administratoren-Stellen
Eine halbe Wochenstunde pro Klasse wird für die verwaltungsmäßige Unterstützung der Schulleitung bereitgestellt. Lehrer, die solche Aufgaben übernehmen, sollen diese künftig als Mehrdienstleistung abgegolten bekommen. Derzeit gibt es an den Pflichtschulen nicht standardmäßig Administratoren, laut Bildungsministerium haben Lehrer diese Aufgaben bisher unbezahlt übernommen.
SPÖ stimmte mit Regierungsparteien
Zugestimmt hat auch die SPÖ: „Unser Zugang ist es, mehr Menschen für das Unterrichten zu begeistern und sie dann durch gute Arbeitsbedingungen auch langfristig an den Schulen zu halten.“ Die „erkämpften Änderungen“ können aber nur ein erster Schritt sein, heißt es.
Dienstrechtsnovelle für die Schulen im Überblick:
Änderung des Dienstrechts stand an der Kippe
Der Punkt administrative Entlastung war bis zuletzt nicht fix gewesen. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) hatte wiederholt kritisiert, dass diesbezüglich im Ressort des für den öffentlichen Dienst zuständigen Vizekanzlers Werner Kogler (Grüne) nichts weitergehe. Der Beschluss im Budgetausschuss vergangenen Donnerstag erfolgte noch ohne den Punkt „pädagogisch-administrative Fachkraft“. Kogler hatte sich allerdings schon damals optimistisch gezeigt, dass man noch zu einer Einigung kommen werde.
„Spürbare Entlastung am Schulstandort“
Polaschek erwartet sich von der mit der Lehrergewerkschaft ausverhandelten Neuerung eine „spürbare Entlastung am Schulstandort“, wie er in einer Stellungnahme betonte. „Dafür haben wir lange und entschlossen gekämpft.“
Gemeinsames Ziel sei gewesen, dass sich Pädagoginnen und Pädagogen wieder stärker auf den Unterricht und ihre Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern konzentrieren können, betonte der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG). „Die Anstrengungen der letzten Monate haben sich somit bezahlt gemacht“, wurde er zitiert. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) erwartete sich dadurch eine Entlastung der Lehrerschaft und damit die beste Wegbegleitung für Schülerinnen und Schüler.
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