Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger (ÖVP) hat mit einem Vorschlag aufhorchen lassen. Der 58-jährige Vorarlberger, der selbst Milchbauer ist, möchte einen „Übernachtungseuro“ in alpinen Gebieten einheben, der Bergbauern zugutekommen sollte. In diesem Zusammenhang wies Moosbrugger auf die schwierige Lage für viele landwirtschaftliche Betriebe im alpinen Raum hin. Die Hoteliervereinigung weist diese Forderung vehement zurück.
„Die Landwirtschaft bekommt aus dem Mehrjährigen Finanzrahmen der EU mit Abstand die meisten Mittel (...). Sich dann noch ein Körberlgeld aus der Kasse einer anderen Branche holen zu wollen, das ist schon ein starkes Stück“, kritisierte Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), am Freitag in einer Aussendung.
Forderung ist „realitätsfern“
Aus Sicht der Hoteliervereinigung ist die Forderung „realitätsfern“. „Wenn die Bauern die Almen für uns mähen, wollen wir auch das Heu. Und verkaufen wir es ihnen dann gerne zurück“, illustrierte Veit.
Moosbrugger hatte am Donnerstag gegenüber mehreren Zeitungen auf eine Beteiligung landwirtschaftlicher Betriebe an den Gewinnen des Tourismus gepocht. „Wir haben ein Kulturland, nicht irgendeine eintönige Landschaft, wie wir sie in Regionen in Europa teilweise kennen. Dieses Kulturland ist genau das Ergebnis einer bäuerlichen Familienlandwirtschaft“, so der Landwirtschaftskammerpräsident in der „Presse“.
Es stelle sich die Frage, was mit dem Tourismus in Österreich geschehe, wenn dieses Kulturland nicht mehr existierte, argumentierte er. Zum Erhalt der Bauernhöfe brauche es eine Art Übernachtungseuro oder Ähnliches, sagte Moosbrugger auch gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“.
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