Nun hat die türkis-grüne Bundesregierung die Spitze der Nationalbank neu ausgeschrieben – und das ein Jahr vor dem eigentlichen Auslaufen der gegenwärtigen Funktionsperiode. Und Wirtschaftsminister Martin Kocher hat sich bereits für die Funktion des Gouverneurs unserer Notenbank in Stellung gebracht.
EINERSEITS besteht keinerlei Zweifel an der fachlichen Eignung Kochers für diese Position. Der 50-jährige Universitätslehrer war zuvor ja Chef des Instituts für Höhere Studien und ist gewiss ein international anerkannter Ökonom.
ANDERERSEITS ist der ganze Vorgang doch einigermaßen bedenklich. Nicht weil man Kocher vorwerfen könnte, dass er als Wirtschaftsminister versagt hat, da Österreich in Sachen Inflation noch immer im Spitzenfeld der EU liegt.
Nein, deshalb, da die Bestellung der neuen Spitze der Nationalbank natürlich eine Sache der nächsten Bundesregierung nach den kommenden Nationalratswahlen wäre. Und da will Türkis-Grün heute schon die parteipolitisch passenden Persönlichkeiten positionieren.
Warum werden da also nicht gleich auch noch andere Spitzenpositionen der Republik pro futuro bestimmt? Die Verfassungsrichter, die Präsidenten der Höchstgerichte etwa, der Generaldirektor des ORF und andere Schlüsselpositionen in unserem Land.
Da könnte man doch ähnlich „schnelle Brüter“, wie es Martin Kocher als Gouverneur der Nationalbank ist, bereits heute für die nächsten Jahrzehnte ins Rennen schicken.
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