"Daumen kribbelt"

44-jähriger Tiroler von Blitz getroffen und verletzt

Österreich
05.07.2012 09:23
"Jetzt hat mich der Blitz getroffen!" Das waren die ersten Gedanken des 44-jährigen Stefan Haslwanter aus Inzing in Tirol, der am Dienstagabend von einem gewaltigen Stromschlag niedergestreckt wurde - unfähig, sich zu bewegen, unfähig zu sprechen, doch er überlebte: "Der Blitz fuhr beim Daumen hinein und bei der Hüfte heraus."

Es war gegen 19 Uhr, als am Dienstag im Raum Zirl bis Telfs schwere Gewitter niedergingen. "Ich sah das Unwetter heranziehen und etliche Blitze. Ich wollte die aufgehängte Wäsche ins Trockene bringen und die Garagentüre mit einer elektronischen Fernbedienung schließen. Als ich das Funksignal gab, hat der Blitz eingeschlagen. Ein Bruchteil der Energie schoss durch meinen Körper, der mir ab sofort nicht mehr gehorchte. Ich wollte zum Haus zurückgehen – doch meine Beine versagten. Ich wollte daraufhin meine Frau Maria um Hilfe rufen – auch die Stimme versagte", schilderte Haslwanter die Situation. 

"Der rechte Daumen kribbelt noch"
Weil der Blitz auch im Haus Schaden angerichtet hatte – eine Stichflamme schoss aus einer Steckdose, das Computermodem von Sohn Adrian wurde zerstört, im ganzen Haus kein Strom mehr –, lief die Gattin ins Freie und sah ihren Mann auf dem Boden liegen. Sofort schlug sie Alarm, der um 19.23 Uhr beim Notfalleinsatzfahrzeug Telfs einging. Nach der Erstversorgung brachten Notärztin Eva-Maria Hartung und Notfallsanitäter Frank Ritzinger den Patienten in die Klinik nach Innsbruck. 

Von dort konnte Haslwanter bereits wieder entlassen werden. "Blutwerte und EKG sind laut Ärzten normal, es bleiben keine Schäden zurück. Der rechte Daumen kribbelt noch und im Brustbereich verspüre ich so etwas wie einen schweren Muskelkater. Diese Woche muss ich noch zu Hause bleiben, ab nächsten Montag kann ich wieder in die Arbeit", schilderte Haslwanter.

"Musste öfter meinen Kopf hinhalten"
Der Polizist, der in Innsbruck Dienst versieht, hatte als Mitglied der Mobilen Einsatzgruppe schon häufig brenzlige Situationen zu überstehen. "Einmal wurde ich bei einer Nachtstreife auf der Innpromenade zusammengeschlagen und verletzt. Ja, ich musste öfter meinen Kopf hinhalten."

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