Bei allen AUA-Flügen heißt es ab dem 1. Juli "Operated by Tyrolean". Das sei ein erprobtes Modell, so Konzernsprecher Peter Thier. Schon heute würden mehr als die Hälfte aller Flüge von Tyrolean durchgeführt.
Für die Passagiere werde sich bis auf die ausgelagerten Flüge - Lufthansa, Swiss, Augsburg Airways und Welcome Air helfen wegen Pilotenmangel im Juli und August aus - nichts ändern. "Austrian bleibt Austrian", versicherte Thier. Auch die OS-Flugnummern bleiben.
Die AUA bleibe Inhaberin der Verkehrsrechte und "beauftragt ihre hundertprozentige Tochter, die Destinationen abzufliegen", erklärte Thier. Bei den Interkontinental-Flügen müssen die jeweiligen Behörden der "Operated by Tyrolean"-Konstruktion noch zustimmen. Die AUA ist "guter Dinge", dass das klappt. Das Air Operator Certificate bleibe bei der AUA.
Die Pläne, Tyrolean in "Austrian Flight Operation" umzubenennen, sind übrigens derzeit wieder vom Tisch, bestätigte Thier. Das gehe rechtlich nicht. Der Flugbetrieb operiert ab Juli vorerst unter dem Firmennamen "Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH".
Gewerkschaft klagt auf Nichtigkeit
Für das fliegende Personal gilt ab Juli laut AUA eine Unternehmensrichtlinie anstatt der gekündigten Kollektivverträge. Durch den Betriebsübergang sei der Tyrolean-Betriebsrat für die dann über 3.000 Piloten und Flugbegleiter zuständig. Die Gewerkschaft sieht das anders und klagt beim Obersten Gerichtshof unter anderem auf Nichtigkeit des Betriebsüberganges. Nach Rechtsmeinung des Gewerkschaftsanwalts Roland Gerlach müsste es einen einheitlichen Betriebsrat geben.
Kapitalspritze im Gegenzug für massive Einsparungen
Das Management erhofft sich auf Personalseite Einsparungen von 45 Millionen Euro jährlich. Die Kosten des Betriebsübergangs werden aktuell mit 80 Millionen Euro beziffert, die Abfertigungen machen mit 60 Millionen Euro den Löwenanteil aus.
Bezahlt werden sollen die Abfertigungen der scheidenden Piloten (bis zu einer halben Million Euro pro Kapitän) aus der 140 Millionen Euro schweren Geldspritze, die die Lufthansa im März versprochen hat. Teile davon würden jetzt fließen, so Thier. Die Umsetzung des bis zu 263 Millionen Euro umfassenden Sparpakets ist Bedingung für den Kapitalzuschuss des Mutterkonzerns.
Der Betriebsübergang, der ursprüngliche Plan B, wurde fixiert, als am 30. April die Verhandlungen mit dem AUA-Bordbetriebsrat endgültig scheiterten. Als Nebeneffekt will die AUA durch die Überführung teure Doppelgleisigkeiten beseitigen und den "Reibungsverlust" vermindern, so Thier. Seit dem Kahlschlag im mittleren Management gebe es bereits zwei Bereichsleiter weniger.
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